Unter fremder Sonne

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Unter fremder Sonne

Unter fremder Sonne

Chloé d'Aubigné

Es waren diese Blicke gewesen, voller Lust. Und dann einfach nur guter Sex. Ehrlich. Mal sanfter, mal härter, ganz wie es für uns beide passte. Aber immer so, dass er mich zum Kommen gebracht hatte. Und ich danach so erfüllt gewesen war, dass ich mich fragte, wie es sein könnte, dass man dies nicht täglich erleben will. Später war diese Leidenschaft ein klein wenig geschrumpft. Wie es in Beziehungen eben nach einigen Jahren normal ist. Aber dennoch, ich hatte mich am Abend neben ihm im Bett einfach an ihn geschmiegt, wenn ich Lust bekommen hatte. Ich hatte seine Hand genommen und dorthin geführt, wo ich sie haben wollte. Oder ich hatte gewartet, bis er von selbst bemerkte, was ich brauchte – wofür es nie viel gebraucht hatte. Eine zweideutige Anmerkung und er hatte es schon verstanden. Es war nie kompliziert gewesen. Unsere Körper hatten eine Sprache gesprochen, die wir beide verstanden. Und sie hatten sich gegeben, was sie brauchten.
Irgendwann waren wir still geworden. Es war langsam geschehen, beinahe unmerklich. Ein Abend, an dem er zu müde war. Eine Nacht, in der ich nicht fragen wollte, weil ich wusste, dass er einen harten Tag gehabt hatte. Ein Wochenende, an dem Arbeit wichtiger gewesen war. Dann noch eines. Irgendwann hatte ich aufgehört, mich ihm anzubieten, weil ich die Enttäuschung nicht mehr hatte sehen wollen. Oder den Stress.
Ab und zu hatte ich dann in der Dusche masturbiert. Weil ich nicht wollte, dass er es merkte. Ich hatte Angst, er wäre enttäuscht. Oder gestresst, weil dies ja zeigte, dass mir etwas fehlte, was er mir nicht länger geben konnte. Und daher war es auch immer schnell gewesen. Einfach auf den Orgasmus hin. Ohne viele Berührungen.
Nicht so wie jetzt. Ich ließ meine Finger entlang des Rands des Oberteils gleiten und mein Körper reagierte sofort.

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