Unter fremder Sonne

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Unter fremder Sonne

Unter fremder Sonne

Chloé d'Aubigné

Ich blickte aufs Meer, welches unwirklich blau wirkte, und versuchte, mich zu entspannen. Hier, wo es nicht einmal die Wellen eilig zu haben schienen. Sie kamen in langsamen, sanften Wellen an den Strand, legten sich als glänzender Schaum über den Sand und zogen sich dann wieder leise zurück. Auch die Blätter der Palmen bewegten sich nur sanft im Wind und erzeugten damit ein ruhiges, beinahe vertraut wirkendes Geräusch.
All dies war so, wie ich es mir erträumt hatte. Nein, sogar schöner. Die Wärme der Sonne auf meiner Haut, der weiche Sand – es wirkte schon alles fast wie aus einem Film. Auch, dass ich den Strand beinahe für mich allein hatte. Lediglich eine einzige Frau war auch da, und diese lag einige Meter entfernt auf ihrem Tuch. Sie lag auf dem Rücken, die Arme locker neben dem Körper, das Gesicht der Sonne zugewandt. Eine Sonnenbrille verbarg ihre Augen. Neben ihr standen eine Strandtasche und ein fast leeres Cocktailglas. Soweit ich sehen konnte, war sie allein und vermutlich schlief sie.
Eigentlich wollte ich auch entspannen, vielleicht sogar ebenfalls schlafen. Aber dafür gingen mir zu viele Gedanken durch den Kopf.
Ich drehte den Kopf zur Seite und blickte in Richtung Hotel. Zwischen den Palmen konnte ich einen Teil der weißen Fassade erkennen. Unser Zimmer lag irgendwo dort oben, hinter einer Reihe von Balkonen, deren Geländer in der Sonne glänzten. Mein Mann war vor knapp einer Stunde hinaufgegangen, als wir aus der Stadt zurückgekommen waren.
Nur schnell etwas erledigen, ich könne ja schon einmal vorgehen, hatte er gesagt.
Ich hatte genickt und versucht, nicht enttäuscht auszusehen. Schließlich war es nichts Neues. Seine Arbeit begleitete ihn überallhin, selbst hierher, an diesen Ort, den wir uns ausgesucht hatten, weil wir beide eine Pause brauchten. Eine Auszeit.

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