Die anderen kicherten und er hatte den Eindruck, dass sie, wäre, es nur nach ihnen gegangen, durchaus mehr anzubieten hätten, aber da war ja noch der Chef, der sie aus dem Ladeninneren heraus beobachtete. Außerdem gab es diese lästigen Gesetzte, die den Umgang von Frauen mit Ausländern rigoros verboten und es wären die Frauen gewesen, die bestraft worden wären, nicht die ausländischen Männer. Eine der vier hätte ihm ganz gut gefallen, sie war groß, hatte eine tadellose Figur und das Einzige, was ihm negativ auffiel, waren ihre großen, wirklich sehr großen Schneidezähne. Er stellte sich vor, wie diese Zähne an ihm nagen, wie sie durch seine Haut drängen und ganze Fleischstücke herausrissen, während sie sich dem Rausch der Liebe hingäbe. Nach einer Weile war der Gesprächsstoff aufgebraucht und das Interesse der Mädchen an einem so unentschlossenen Kunden erloschen. Er verabschiedete sich und suchte weiter.
In einer Straße war tatsächlich noch ein Lokal geöffnet und man hörte Musik, westliche Musik, Jazz. Er kam näher und beobachtete eine Weile das Geschehen von der Straße aus, bis ihn der Besitzer entdeckte und ihm zurief, innen im Lokal könne man die Musik auch gut hören. Er trat ein, bestellte ein Bier und kam neben einer ganz hübschen, wenn auch schon etwas älteren Frau zu sitzen, die das Geschehen auf der kleinen Bühne enthusiastisch verfolgte und oft Beifall spendete. Sie hatte eine schlanke Figur und trug ein kurzes, schwarzes Kleid. Ihre langen, schwarze Haare, die mit einem Reif über der Stirn gebändigt wurden, fielen weit auf ihren Rücken bis fast zum Po. Sie hatte ihn freundlich angeschaut und genickt, als er höflich gefragt hatte, ob er sich neben sie setzten dürfe, sagte aber kein Wort. Auf der Bühne, eigentlich nur ein Platz in dem Lokal, der von den Tischen und Stühlen etwas abgesondert war, hatte man ein kleines Schlagzeug aufgebaut, hinter diesem saß ein älterer, bärtiger Typ, vermutlich ein Amerikaner, den Worten nach zu urteilen, die er manchmal von sich gab. Ein zweiter Mann, ein kleiner, brauner Einheimischer, spielte Gitarre und gab von Zeit zu Zeit Gesangseinlagen in einem merkwürdigen Englisch. Es war nicht einmal schlecht, was die beiden boten und auch das Bier schmeckte sehr gut, wie immer ein Labsal in den Abendstunden, aber seinem eigentlichen Ziel war er noch nicht näher gekommen. Er versuchte mit der Schönen an seiner Seite zu plaudern, vielleicht konnte man mit ihr sogar anbandeln, aber sie machte ihm rasch klar, dass sie nur gekommen war, um Musik zu hören. Nein, sie sei an nichts anderem interessiert, nur an der Musik und ein Getränk wolle sie sich auch nicht spendieren lassen und auch sonst wolle sie nichts, wirklich rein gar nichts haben, nur in Ruhe der Musik zuhören. Als die beiden Musiker eine Pause machten, war es offensichtlich, dass sie mit dem Ami befreundet war, so wie die beiden lachten und schäkerten und sie wirklich keinen Grund hatte, eine neue Bekanntschaft zu suchen. Er nutzte die Pause, bezahlte sein Bier und die Suche ging weiter.
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