Urlaub

110 6-10 Minuten 0 Kommentare
Urlaub

Urlaub

Darian Valberg

Urlaub!
Die Sonne stand noch relativ niedrig am Himmel, die Temperaturen waren noch erträglich und Leo freute sich auf seinen ersten Tag in seinem Türkei-Urlaub. Seit drei Jahren war er nicht mehr im Urlaub gewesen. Er hatte zuletzt zwei Wochen Urlaub mit Gabi gemacht. Zwei Wochen Toskana… zwei Wochen nur Zank und Streit. Das Wetter war zu heiß oder zu windig. Das Essen war nicht gut gewürzt oder der Wein zu sauer. Irgendwas hatte sie immer auszusetzten. Leo konnte ihr nichts Recht machen und nach den zwei Wochen Urlaub fühlte er sich erholungsbedürftiger als vor dem Urlaub.
Erst zuhause wurde ihm der Grund schnell klar. Gabi hatte sich schon vor dem Urlaub immer wieder mit einem anderen Mann getroffen und als sie wieder zuhause in der gemeinsamen Wohnung ankamen, offenbarte sie Leo, dass sie sich von ihm trennen würde.
Das war jetzt drei Jahre her. Leo hatte bis zu diesem Zeitpunkt gedacht, dass er die Frau für den Rest seines Lebens gefunden hatte. Er hatte sich wohl getäuscht. Noch mehr als zuvor hatte er sich in seine Arbeit vergraben, um den Trennungsschmerz zu überwinden. Er hat gewisse Zeit gebraucht, um sich wieder mit Frauen zu treffen. Jedoch waren das oft nur kurze Liebschaften… ehr etwas für die körperliche Befriedigung und nichts für das Herz.
Leo schlenderte die Promenade entlang und hielt Ausschau nach einem netten Plätzchen am Strand. Er war zwar früh unterwegs, aber er war bei weitem nicht der Erste. Die Liegen waren schon alle belegt… egal, wo er lang kam.
Er kam an einer kleinen Bar vorbei, die schon um diese frühe Tageszeit gut besucht war und kalte Getränke für die Touristen bereithielt. Landestypische Musik spielte aus mehreren Lautsprechern und das fröhliche Lachen von Menschen unterstrich die entspannte Urlaubsstimmung.
Leo war bester Laune und genoss den Sonnenschein auf seiner Haut, als er einen einsamen Sonnenschirm erspähte unter dem sich bis jetzt noch niemand niedergelassen hatte. Sofort nahm er Kurs auf diesen Schirm und als er dort war, hing er erst einmal seine Tasche an einen Haken am Schirm.
‚Du führst dich auf wie der typische deutsche Tourist!‘, dachte Leo bei sich und musste leise vor sich hin lachen.
Er schaute sich nach einer freien Liege um, musste jedoch feststellen, dass keine Liege zur Verfügung stand. Da ihm jedoch der Schatten des Schirms deutlich wichtiger war als eine Liege, holte er einfach sein Strandlaken heraus und legte dieses auf den sandigen Boden des Strandes.
‚Endlich!‘, dachte Leo, ‚Der Urlaub kann beginnen!‘
Leo merkte jedoch schnell, warum der Schirm frei geblieben war. Durch die Nähe der Bar lag er anscheinend ständig im Weg der Leute, die entweder zur Bar gingen oder von dort zu ihrem Platz am Strand zurückliefen.
Bei sich selbst mochte er Flip-Flops nie besonders. Nicht, weil er sie hässlich fand, er konnte einfach auf den Teilen nicht vernünftig laufen. Schon nach wenigen Schnitten waren seine Füße dermaßen verkrampft, dass jeder weitere Schritt zur Tortur wurde.
Hier jedoch am Strand lernte er eine weitere Seite dieser Schuhe kennen. Die Leute gingen mit diesen Schuhen über den heißen Sand und sanken immer ein Stück ein. Gingen sie dann weiter schleuderten die Flip-Flops den Sand in alle Richtungen. Da er nun jedoch genau an der Einflugschneise zu der Bar lag und wirklich jeder diese Schuhe trug, wurde er nun regelmäßig mit Sand paniert.
Die Sonne stand an ihrem höchsten Punkt und Leo kramte wieder seine Sachen zusammen, weil er mit seinem Handtuch dem Schatten folgen musste. Die Sonne brannte jetzt sengend heiß vom strahlend blauen Himmel und Leo beschloss einen kleinen Abstecher zur Bar zu machen. Ein gekühltes Getränk wäre jetzt genau nach seinem Geschmack.
Er zog sich sein T-Shirt an, griff sich seine kleine Tasche, wo er ein wenig Geld drin aufbewahrte und ging hinüber zur Bar.
Geschlagene 10 Minuten stand er in der Schlange um sich eine kalte Cola zu kaufen. Er bekam einen Pappbecher halb voll mit Eis und die andere Hälfte war wohl Cola. Er zahlte, schnappte sich den Becher und verließ die Bar wieder Richtung Strand.
Noch in der Bar nahm er einen kleinen Schuck und verzog das Gesicht. Keine Kohlensäure! Er drehte sich noch mal zur Bar, beschloss dann jedoch angesichts der Menschenmasse, die dort warteten, sich nicht aufzuregen und zum Strand zurückzugehen.
Leo trat von der Bar auf die Promenade um zu seinem Platz zurückzukehren. Im selben Moment, als er auf die Promenade trat, rief eine Stimme laut von links: „Vooorsicht!“
Leo hatte nur noch Gelegenheit seinen Kopf in die Richtung zu drehen, aus der die Stimme kam, als eine junge Frau mit voller Wucht auf Inlinern in ihn hinein krachte.
Er spürte, wie der Pappbecher in seiner Hand bei dem Aufprall zerquetscht wurde und sich der gesamte eiskalte Inhalt über sein T-Shirt verteilte.
Die junge Frau hielt sich an seinem Hals fest und zusammen landeten sie in einem Gebüsch, welches die Bar von der Promenade trennte.
Leo schaute etwas irritiert in das Gesicht einer süßen, blonden Frau, die direkt auf ihm lag. Ihr langes Haar rahmte ihre beiden Gesichter ein und ihre blauen Augen befanden sich nur wenige Zentimeter von den seinen.
„Uuups!“, machte sie mit einem frechen Grinsen, „So direkt hat mich ja noch nie jemand ins Gebüsch gezerrt!“
„Wie bitte?“, erwiderte Leo und riss entrüstet die Augen auf. „Du hast mich umgefahren… und dabei auch noch meine Cola über mich verteilt!“
„Ach, das Feuchte zwischen uns ist Cola! Ich dachte schon, du hast dich einfach nur so sehr gefreut mich zu sehen!“
„Bist du immer so frech?“, fragte Leo und schaute in ihre funkelnden Augen.
„Nein, bin ich nicht!“, antwortete sie mit einem angenehmen Lachen, „Frecher…!“
Leo war zu perplex, um angemessen zu reagieren und schaute sie nur noch sprachlos an.
Die Blondine stützte sich auf Leos Brust und stieß sich so schwungvoll von ihm ab, dass ihm die Atemluft pfeifend entwich.
Als sie stand schaute sie auf Leo hinunter und sagte: „Ich bin lange nicht mehr so gut gefallen. Vielleicht sollten wir das mal bei Gelegenheit wiederholen!“
Sie zwinkerte dem immer noch im Gebüsch liegenden Leo zu, drehte sich um und fuhr davon.
Leo rappelte sich auf und klopfte den Staub ab. Er schaute an sich runter und betrachtete sein mit Cola durchtränktes Shirt. Kopfschüttelnd schaute er der jungen Frau hinterher, zog sich sein T-Shirt aus und wusch es an einer Dusche kurz aus. An seinem Platz hing er das Shirt an seinen Schirm und lief dann zum Meer um eine Runde zu schwimmen.
Als Leo von seinem Exkurs ins Meer zurückkam, lag etwas schräg über ihm ein anderer junger Mann in der prallen Sonne. Er hatte das gleiche sonnengelbe Standtuch wie Leo, was darauf hindeutete, dass er auch in dem Hotel wohnte, von wo Leo das Strandtuch mitgenommen hatte.
Leo legte sich wieder hin und breitete sein zweites Handtuch über seinen Kopf aus. Die Wärme machte ihn schläfrig und er wollte ein wenig unter dem Tuch liegen und dösen.
Leo wusste nicht, wie lange er geschlafen hatte, als ihn eine eiskalte Dusche traf. Total orientierungslos schnappte er nach Luft und wühlte sich unter seinem Handtuch hervor. Neben seinem Standlaken stand die Blondine von dem Unfall an der Bar und hielt einen tropfenden Eimer in der Hand.
Leo stand wütend auf und zischte: „Du schon wieder!“
„Oh mein Gott! Das tut mir jetzt aber Leid… fast wenigstens!“, erwiderte sie und ihr erschrockenes Gesicht wurde schon wieder von einem frechen Grinsen erhellt.
In dem Moment hörte Leo ein amüsiertes Lachen ein Stück weiter von ihm. Dort saß der junge Mann auf seinem sonnengelben Strandtuch und konnte sich vor Lachen kaum aufrecht halten.
„Kannst du mir mal verraten, was ich dir getan habe?“, fragte Leo, „Erst fährst du mich über den Haufen und nun erschrickst du mich mit dieser kalten Dusche fast zu Tode!“
„Naja, eigentlich war das jetzt nicht für dich gedacht gewesen! Eigentlich war das für meinen Bruder gewesen, der sich dort gerade königlich amüsiert!“, erwiderte sie und schaute Leo von oben bis unten abschätzend an. Das freche Grinsen schlich sich wieder in ihr Gesicht und Leo hatte das Gefühl, dass er wie eine Maus vor einer Schlange saß und genau wusste, dass er die nächste Mahlzeit sein wird.
Ehe Leo sich versah, trat sie dichter an ihn heran, hatte ihm sein Handtuch aus der Hand genommen und fing an das Wasser von seinem Oberkörper zu reiben. Zuerst dachte er, dass das Zufall war, als ihre Fingernägel wie zufällig über seine Haut kratzten. Als Leo jedoch spürte, dass dieses Kratzen immer intensiver wurde, die Blondine auf seine Brust schaute und sich dabei auf die Unterlippe biss, wurde ihm ganz heiß.
Leo schlucke schwer und nahm sich sein Handtuch zurück.
„Ich denke, dass mache ich lieber selbst!“, flüsterte Leo mit belegter Stimme.
„Ich muss mich aber doch für mein Missgeschick noch entschuldigen!“, erwiderte sie keck und schaute ihm leicht von unten ins Gesicht.
Leo sah ihr in die blauen Augen und hatte das Gefühl, er würde ertrinken. Es raubte ihm die Luft und er hatte das Gefühl, mit ihr ganz allein an diesem Strand zu stehen.
„Entschuldigung!“, hauchte die junge Frau mit einem kessen Lächeln, schlang Leo ihre schlanken Arme um den Hals, vergrub ihre Hände in seinem Haar und zog ihn für einen leidenschaftlichen Kuss zu sich herab.
Leo wusste nicht, wie ihm geschah! Er spürte ihre weichen Arme um seinen Hals und ihre zarten Lippen auf seinem Mund. Ihr leidenschaftlicher Kuss ließ ihn alles andere als kalt. Als er ihre Zunge an seinen Lippen spürte, öffnete er seinen Mund und flink drang ihre Zunge in seinen Mund ein. Er genoss diesen Kuss. Er war verwirrt und doch gierig nach mehr. Ihre Zunge spielte mit seiner und er war sich sicher, dass ein ganzes Leben vergangen war, als sie sich von ihm löste.
Sie zog sich an sein Ohr und flüsterte: „Vielleicht sollte ich mich häufiger bei dir entschuldigen.“
Leo spürt, wie sie sich gegen ihn drückte. Das knappe Oberteil ihre Bikinis berührte seine Haut und er spürte durch den dünnen Stoff ihre harten Brustwarzen. Ihr praller Busen drückte sich gegen seine Brust und er spürte, wie sie ganz leicht ihren Schenkel zwischen seine Beine schob und langsam hochwandern ließ, bis sie seinen Schritt erreichte.
Erst als sie dort angelangte, wurde ihm schlagartig bewusst, dass sein Schwanz hart war und sich seine Badehose bis zur Belastungsgrenze spannte.
Leo befreite sich aus den Armen, schnappte sich sein Handtuch, welches er sich vor den Unterleib hielt, damit es seine Erektion verdecken konnte und wich ein, zwei Schritte zurück. Gehetzt sah er sich nach allen Seiten um und hatte das Gefühl, dass die ganze Welt diesen peinlichen Moment mitbekommen hatte. Jedoch einzig ihr Bruder lachte aus vollem Hals und zog die irritierten Blicke der anderen Badegäste auf sich.
Am Abend hatte Leo diesen Tag noch immer nicht ganz verarbeitet. Neugierig ging er an den übervollen Buffets vorbei und nahm sich verschiedene Leckereien auf seinen Teller. Immer wieder jedoch hielt er an und seine Gedanken wanderten zurück an den Strand und zu dem Kuss, den er so unerwartet hat genießen dürfen. So etwas war ihm noch nie passiert und er spürte, dass selbst diese Gedanken dafür sorgten, dass sich seine Hose spannte… ob er wollte oder nicht.
Als sich plötzlich ein Arm bei ihm einhakte und ihn mitzog, war er so überrascht, dass er einfach mitging.

Klicke auf das Herz, wenn
Dir die Geschichte gefällt
Zugriffe gesamt: 7256

Sie müssen sich anmelden, um Kommentare hinzuzufügen.

Gedichte auf den Leib geschrieben