Urlaub in Rio de Janeiro

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Urlaub in Rio de Janeiro

Urlaub in Rio de Janeiro

Jo Diarist

Am Morgen danach, brauchte ich eine Weile, um mir der Situation bewusst zu werden. Ich fühlte die Wärme eines Körpers an meinem Rücken und wusste es war Maria. Eine Frau mit unglaublichem Einfühlungsvermögen, die es geschafft hatte mich die halbe Nacht in einem Sinnesrausch versinken zu lassen.
Vorsichtig, um sie nicht zu stören, drehte ich mich um und blickte in ihr lächelndes Gesicht.
„Guten Morgen meine Liebe“, hauchte sie mir zu und ein zärtlicher Kuss besiegelte diese Worte.
„Guten Morgen“, flüsterte ich zurück, weil mir jedes laute Wort unpassend erschien.
Störend der Stimmung. Abträglich unserer intimen Zweisamkeit.
Diese Nacht hatte ein Band zwischen uns geknüpft. Ein Band noch zart und doch so intensiv, das mich die Berührung ihrer Hand erzittern ließ.
Ich konnte fühlen, dass es nicht nur von meiner Seite her geknüpft war. Die Verbindung ihrerseits erschien mir noch stärker.
Marias Blick drang tief in meine Seele. Ich ließ mich fallen. Ergab mich ihr, ohne Wenn und Aber. Sie sollte über mich verfügen. Nur der Augenblick zählte. Zeit und Raum spielte keine Rolle.
Zögerlich näherten sich meine Lippen den ihren. Maria schloss die Augen und ich dachte an die intime Zweisamkeit der Nacht. Wir hatten uns geliebt. Hingebungsvoll, wie nur Frauen es miteinander können.
Ich nahm sie in den Arm und …
„Dingdingdingding, dingdingdingding …“, und Marias Smartphone riss uns aus der Stimmung.
„Das ist Pedro. Ich habe diesen Klingelton mit seiner Nummer verknüpft“, sagte Maria und ein trauriger Unterton schwang in ihrer Stimme mit.
„Hello Darling”, meldete sie sich bewusst in Englisch und stellte laut.
Kurzes Schweigen am anderen Ende, dann antwortete Pedro in der gleichen Sprache:
„Hallo, du bist noch bei Natalie?“
„Ja, wir sind gerade erst erwacht und ich glaube, ich habe mich ein bisschen verliebt“, antwortete Maria, drehte sich zu mir und küsste mich zärtlich.
„Ohh, mehr als in mich?“, fragte er nach, doch es klang nicht nach Furcht oder Verärgerung.
Das verunsicherte mich und ich folgte dem Gespräch mit Neugier, aber auch mit einer gewissen Scham. Hatte ich doch den Eindruck mich in eine Beziehung gedrängt zu haben und jetzt die Partner zu belauschen.
„Nein, anders. Du weiß, meine Liebe zu dir ist stark und doch ist es etwas anderes eine Frau zu lieben. Diese Nacht mit Natalie war wie das Surfen mit der optimalen Welle. Wir haben uns aufeinander eingestellt und sind eine Verbindung eingegangen, die es zu einem traumhaften Erlebnis werden ließ.“
„So schön also. Oh, dann tut es mir um so mehr leid, euch zu stören, aber du weißt, heute ist Sonntag und ab Mittag ist Training in deiner Sambaschule“, sagte er mit ehrlichem Bedauern in der Stimme, was ich kaum nachvollziehen konnte.
Maria fuhr ein bisschen zusammen und kontrollierte die Zeit auf dem Display.
„Gleich 09:00 Uhr. Danke mein Schatz, ich hatte das vollkommen ausgeblendet.“
Ein kurzer Kuss und Maria huschte in die Dusche.

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