Uschi Muschi

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Uschi Muschi

Uschi Muschi

Claudia Carl

„Ach“, lässt sie mit einem tiefen Ausatmen hören. „Ist das schön.“

Sie schaut mich an.

„Scheiß auf meinen Sohn“, sagt sie mit Wut in der Stimme. „Er kann mich mal, genauso wie alle anderen Idioten in diesem Land.“

„Ja, du hast Recht“, sage ich und genieße ihre Wärme und ihre leichte Männlichkeit, diese vorpreschende, wütende Sehnsucht, die auf etwas ganz Bestimmtes hinsteuert, das sie sicher auch lange nicht gehabt hat. Ihr ist in diesem Moment quasi alles egal, auch dass ich eine Frau bin und dass sie mich heute Abend erst kennengelernt hat. Ihr ist alles egal, denn sie will leben, sie muss leben, sie muss ihr Leben ausleben und ihr Trieb steht ihr schon bis zu den Ohren, den hatte sie vor lauter Widerstand fast völlig vergessen. Da aber heute Nacht kein Widerstand mehr geht, zumindest nicht öffentlichkeitswirksam, will sie eben Widerstand auf andere Art. Widerstand gegen die Körperfeindlichkeit der Regierung, die sie uns diktieren will. Widerstand gegen die Vermeidung des Austauschs von Aerosolen und Körperflüssigkeiten, und deshalb hebt sie nun ihren Kopf von meiner Schulter und küsst mich.

Die Rotweinlippen auf meinen schmecken fremd, und erst ihre Zunge, der sie ebenfalls jetzt und hier alle Freiheiten lassen will. Ich wehre mich keineswegs, ich lasse mich von Uschis Männlichkeit überreden so wie ich es sehr gerne auch immer bei attraktiven Männern tue. Sie ist jetzt nicht mehr zu bremsen und weiß vielleicht auch gar nicht mehr, wen sie vor sich hat, zieht ihren Pulli über den Kopf und schiebt den BH auf beiden Seiten unter ihre großen Brüste. Dann schaut sie mit provozierend an.

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