Einmal, nach einem langen, harten Arbeitstag, sitzt sie vor dem großen Bauernhaus am Holztisch, und sie teilt mit Sven frisch gebackenes Brot und einen Krug mit Apfelsaft. Fasziniert betrachtet sie seine feingliedrigen Hände, und einen Moment lang schweift sie in Gedanken ab und stellt sich vor, was er mit diesen Händen alles an und mit ihr anstellen könnte. Sie verdrängt den Gedanken aber sofort und erzählt Sven von ihrer Liebe zu Tieren, von ihrem Engagement für die Tierhilfe-Organisation in Rumänien. Nicht, dass es nicht auch in der Schweiz Tiere gäbe, die Hilfe benötigen. Es ist aber leider immer so, dass man auf dieser Welt, gerade in armen Ländern, erst ganz am Schluss ans Wohlbefinden der Tiere denkt und ihnen niemals das zugutekommen lässt, was ihnen zusteht. Sven erzählt von seiner Familie in Bern, von seinen beiden jüngeren Schwestern, die er sehr liebt, und von seinem Leben an der Uni, das ihn zwischendurch allerdings langweilt. Viel lieber mache er etwas Sinnvolles, sagt er, wie etwa Böden zu lockern oder einen Kartoffelacker von Steinen zu befreien.
Dann ist da die Nacht, in der Sven in seiner Schlafkammer das Loch in der Wand entdeckt. Es ist nicht groß und hat etwa den Durchmesser eines Weinflaschen-Zapfens. Das Loch ist aber groß genug, dass er in Vanessas Schlafzimmer spähen kann, direkt zum Spiegel, vor dem sie neue Unterwäsche und Kleider anprobiert und sich frisiert. Sven wird von schlechtem Gewissen gepackt, denn selbstverständlich gehört es sich gar nicht, das heimliche Beobachten einer ahnungslosen Frau. Aber für Sven wird das Guckloch zu einem Magneten. Zwei Abende lang kann er sich beherrschen, dann legt er sich auf sein Bett und presst das Gesicht an die Holzwand. Was er sieht, raubt ihm den Atem. Vanessa hat anscheinend einen neuen BH bestellt, den sie nun vor ihrem Spiegel anprobiert.
Vanessa
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Vanessa
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Ich fühle mich ertappt
schreibt Swiss-Girl