Sie durften die Frauen bewundern, sich einen runterholen, wenn sie sich nackt vor ihnen räkelten, und sie durften anwesend sein, wenn die weiblichen Gäste sich massieren liessen. Aber es herrschte ein absolutes Berührungsverbot – auch dirty talking war nur so lange erlaubt, wie es nicht misogyn und damit verletzend war. Trotz dieser Einschränkungen war der Club Venus unter Männern sehr beliebt – sie kamen sich in diesen Kellergewölben vor, als seien sie etwas Besonderes. Weil gängige Strukturen fehlten – somit auch keine glatzköpfigen Türsteher und keine öligen Zuhälter – war der Club Venus in der sonst eher prüden Stadt Bern auch von der Polizei geduldet. In Zivil gekleidet, liessen es sich selbst Polizisten, bis hin zum Offizier, nicht nehmen, sich im Club Venus ein Feierabendbier zu genehmigen – umgeben von schönen, natürlich aussehenden Frauen mit offenem Haar, Spaghettiträger-Tops und engen Jeans, niemals aber mit Tattoos übersät, niemals in Lack, Leder und Latex, niemals in High Heels. Nein, die Mitarbeiterinnen im Club Venus trugen ganz normale, bequeme Turnschuhe, manchmal Nike, manchmal No-Name, und sie durften hier einfach Frau sein und sich gehen lassen. Emmentalerinnen. Stadtbernerinnen. Frauen aus dem Gantrischgebiet. Frauen wie Vanessa eben.
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Sven verfasste seine Mail an Vanessa so, dass sie fasziniert sein und ihn bereits in den nächsten Monaten, gemeinsam mit Leo, an der Brunngasse besuchen würde. Sven hatte nur eine kleine Wohnung, aber doch ein „Gästezimmer für alle Fälle“. Diese Fälle waren manchmal betrunkene Kommilitoninnen, die keine Lust hatten, nach Hause zu gehen, manchmal auch Spontanbesuche von Svens Freunden aus Italien, Österreich, Deutschland und Spanien.
Vanessa reagierte umgehend. Sie sei, als Onlyfans-Model, keineswegs an Treffen interessiert, da müsse sie sich einfach abgrenzen.
Vanessa wird geliebt
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