Blitze erhellten immer wieder mein Zimmer und an dem stärker werdenden Donner merkte ich, dass das Gewitter langsam über den See zu unserem Haus zog. Ich mochte Gewitter und ich schaute immer wieder zum Fenster, wenn es blitzte. Irgendwann war ich jedoch eingeschlafen.
Ich weiß nicht, wie lange ich geschlafen habe. Jedoch war das Gewitter gerade so richtig im Gange, als ich von einer Bewegung auf meiner Matratze geweckt wurde. Im aufflackernden Licht der Blitze sah ich Sabrina auf meiner Matratze knien, ihr Kopfkissen vor ihre Brust gedrückt und mit riesigen, ängstlichen Augen über die Kante des Kissens auf mich herunterschauend.
Ich stützte mich auf meine Ellenbogen und fragte: „Was ist passiert?“ „Es tut mir sehr leid, dass ich dich geweckt habe. Ich habe entsetzliche Angst vor Gewittern… und das hier ist das schlimmste Gewitter, welches ich je erlebt habe!“, stammelte Sabrina mit zittriger Stimme, „Darf ich bei dir bleiben? Bitte!“ Ich schaute sie an, wie sie da mit großen Augen vor mir hockte, mit jedem Blitz zusammenzuckte und immer mehr in sich zusammenfiel.
Ich nickte und rutschte etwas zur Seite, obwohl dies bei diesem riesigen Bett eigentlich nicht notwendig gewesen wäre. Sabrina legte ihr Kissen neben meines und kroch unter meine Decke. Zuerst hielt sie etwas Abstand. Dieser wurde jedoch mit jedem Donnerschlag kleiner, bis sie sich eng an mich drückte. Ich spürte sie zittern… aber ich spürte auch noch mehr. Ihr Kopf lag auf meiner Schulter und ich legte meinen Arm um sie. Der Duft ihres dunklen Haares stieg in meine Nase und als ich mein Gesicht ihrem Haar zu drehte, kitzelten einzelne Haare meine Haut. Sie hatte einen Arm über meine Brust gelegt und kuschelte sich an mich. Ihr warmer Körper hatte eine unglaubliche Präsenz. Ich spürte meinen Herzschlag bis in meinen Hals. Alle Müdigkeit war mit einem Schlag verflogen. Ich befürchtete, dass Sabrina mein wild klopfendes Herz ebenfalls spüren würde.
Sie müssen sich anmelden, um Kommentare hinzuzufügen.