Dafür bist du viel zu sexy! Völlig klar.“ Sie sah Saskia mit einem spöttischen Ausdruck in die Augen. Saskia erwiderte ihren Blick mit einem schelmischen Lächeln. „Findest du?“, fragte sie und zog ihren Rocksaum noch ein Stückchen höher. Ein wirklich süßes, kleines Biest.
Unwillkürlich musste Vera an ihr erstes Erlebnis mit einer Frau denken. Es war lange her, aber die Eindrücke standen plötzlich in lebendiger Frische wieder vor ihr. Sie war achtzehn. An dem Abend war sie als Babysitterin bei einem Ärzteehepaar engagiert und hatte, nachdem das „Baby“ – ein kleiner Junge von knapp zwei Jahren – gewickelt und eingeschlafen war, eher aus Zeitvertreib auf dem Wohnzimmersofa angefangen, zu masturbieren. Sie glaubte sich für die nächsten Stunden allein mit dem Kind im Haus und saß mit geschlossenen Augen, ihre Jeans über die Knie herunter gezogen, zurückgelehnt auf dem Sofa und befingerte sich, eine Hand in ihrem Höschen, selbst und war gerade in Fahrt gekommen, als sie durch ein Geräusch in der Nähe aufgeschreckt wurde. Nur wenige Schritte vor ihr hatte plötzlich eine Frau gestanden und auf sie hinuntergesehen. Ganz in das Spiel mit sich selbst versunken, hatte sie ihr Eintreten nicht bemerkt und reflexartig, hastig, mit hochrotem Kopf ihre Hose hochgezogen. Es war offensichtlich, womit sie beschäftigt gewesen war und sie wäre in dem Moment am liebsten vor Scham im Boden versunken. Die Hausherren hatten ihr zwar von ihrem Gast, einer Cousine aus Kanada, erzählt aber auch, dass sie sich einen englischsprachigen Film im Kino ansehen wollte und kaum vor Mitternacht zurück sein würde.
„Ich ..., ich bin Vera, ich muss wohl eingeschlafen sein“, stammelte sie eine völlig blödsinnige Erklärung.
„Ich weiß, the Babysitter.“ Die Eingetretene lächelte milde und fuhr in nicht ganz perfektem, stark Akzent gefärbtem Deutsch fort: „Hi, ich bin Joyce, aus Toronto. Es tut mir leid, dass ich - wie sagt man?
Sie müssen sich anmelden, um Kommentare hinzuzufügen.