Vorsichtig öffnete ich mit spitzen Fingern den Umschlag und zog den Zettel heraus. Als erstes erkannte ich das rote Herz, welches auf der Vorderseite prangte, bevor ich die Zeilen las:
>Liebe Sandra,
ich hoffe Du bist mir nicht böse, dass ich die Gelegenheit nutze, um Dir ein paar Zeilen zu schreiben. Ich weiß, ich dürfte es eigentlich nicht, aber ich habe mich hoffnungslos in Dich verliebt. Seit unserer ersten Begegnung, bei meinem Vorstellungsgespräch, gehst Du mir nicht mehr aus dem Kopf. Du bist so wunderschön, dass es schon fast etwas schmerzt, wenn ich an Dich denke.
Bitte gib mir eine Chance Dir näher kommen zu dürfen, aber wenn Du der Meinung bist, dass ich keine Chance bei Dir habe, dann lass es mich bitte unmissverständlich wissen. Ich werde dann allerdings die Lehre bei euch sofort beenden, weil ich Deine Nähe so nicht ertragen könnte.
Matthies<
Ich legte den Zettel auf den Schreibtisch und strich ihn gedankenverloren glatt.
Wut stieg in mir hoch, aber auch so etwas wie Verständnis und Stolz, dass ich so eine Wirkung auf diesen jungen Mann ausgeübt hatte. Aber wütend, dass er mich quasi damit erpresste, dass er die Lehre abbrechen könnte, wenn ich ihn nicht erhören würde.
Ich fühlte mich hin und her gerissen, weil mich dieser Bursche zu einem Zeitpunkt erwischte, wo ich unter Entzugserscheinungen litt.
Als mir dann die Äußerung von Petra in den Sinn kam, >Ist doch ein hübscher Bengel und für das Bett bestimmt nicht die schlechteste Wahl?< traf ich eine folgenschwere Endscheidung. Ich drehte den kleinen Brief um und schrieb auf die Rückseite:
Am Samstag um 19:00 Uhr bei mir! Dazu meine Adresse und Handynummer. Steckte den Brief wieder in das kleine Kuvert und noch einen Zettel: >Bitte erst nach Feierabend öffnen!< zusätzlich in einen größeren Firmenumschlag. Schrieb noch z.Hd. Herrn Matthias Wolter auf den Umschlag und übergab ihn Petra.
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