Verfluchter Edelstein

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Verfluchter Edelstein

Verfluchter Edelstein

Peter Hu

„Als wertvollen Schatz bezeichnete man damals wie heute, den Schmuck aus bunten Vogelfedern. Um so seltener der Vogel, um so wertvoller seine Federn. Auch Muschelschalen, Schneckenhäuser und aufwendige Alltagsgegenstände waren sehr gefragt, und beliebte Zahlungsmittel.“
„Sie werden all diese wunderbaren Schmuckstücke auf dem großen Fest zu Gesicht bekommen. Meist werden sie übrigens von sehr hübschen Models vorgeführt...“

„Und was hat es mit dem geheimnisvollen Auge des Ochsen auf sich?“ ...erkundigte sich Orn neugierig.

„Der Legende nach, liegt auf dem Auge des Ochsen ein böser Fluch“, ...fuhr Antonio in seinem Bericht fort.

Es wird auch als das Auge der grausamen Macht bezeichnet. Ein verzehrendes Werkzeug der Unterjochung, geformt aus dem geschmolzenen Blut der Erde. Gierend nach immer frischen Opfern, schenkt es seinem Besitzer Reichtum und Macht. Aber ist der Eigentümer nicht in der Lage den „Hunger des Auges“ stillen, wird es ihn gnadenlos verzehren. Genau so, wie es einst auch die Priester der Waia verzehrt hat. Ihr Versagen mündete schließlich im Aufstand der Vasallen und leitete das Ende der Schreckensherrschaft ein...
Nachdem der große Häuptling Waia Adios das Heer der Waia vernichtend geschlagen hatte, und den Obersten „O-Waia“, auf seinem eigenen Opferstein enthaupten ließ, ließ er unter dem Ochsenaltar ein tiefes Loch ausheben. Sodann trat der siegreiche Heerführer mit seiner Strietaxt zwischen die mächtigen Hinterbeine der Statue und machte den Stier zum Ochsen...
Der Legende nach bebte die Erde, als das polierte Gemächt des Götzen in die Grube fuhr. Ein steinerner Penis, dessen Spitze von einem funkelnden Edelstein gekrönt war; dem berühmten „AUGE DES OCHSEN“.
Angeblich stürzten im selben Augenblick auch die Mauern der Waia-Stadt in sich zusammen. Ich persönlich glaube eher, man hat sie nach und nach geschleift.
Doch die Legende berichtet: Nachdem der Staub sich gelegt hatte, schien die Sonne heller, die Vögel sangen klarer, ...und die Frauen waren wieder schöner und Fruchtbarer, als in den Tagen des Schreckens. Der böse Fluch war endlich gebrochen (und die Mädels putzten sich wieder heraus, weil sie nicht mehr befürchten mussten, auf dem Altar zu landen...). Soweit also die Legende vom „Auge des Ochsen“.
Der verfluchte Edelstein soll noch heute unter der kastrierten Statue liegen, die einstmals ein Stier war. Doch seit Ewigkeiten hat sich niemand mehr in die Nähe des fürchterlichen Götzen gewagt... Auch sie sollten diesem Beispiel folgen“, ...mahnte der ehemalige Missionar…

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