Wenn du aber auch nur eine rasche Bewegung machst, ist sein Schwanz ab und er verblutet vor deinen Augen! Auch wenn du mich nachher töten würdest, sein Leben ist verloren! Und so leicht kannst du mich nicht töten! Ich habe das Messer! Das Messer, das du selbst geschliffen hast! Du weißt wie scharf es ist und wie rasch ein Stück Fleisch damit geschnitten werden kann!“
Sie hatte diese Sätze aus sich heraus geschrieen. Der Alte stand bleich in der Türe.
„Bleib ganz ruhig“ sagte er zu seinem Sohn. „Sie hat recht. Wir tun am Besten alles nach ihren Wünschen. Aber wir kriegen sie am Ende doch noch!“ Der letzte Satz klang aber nicht sehr zuversichtlich.
„Das wird sich herausstellen“ meinte sie. „Jetzt machst du meine Fußfesseln los. Lege dich auf den Boden und krieche ganz langsam zu mir.“
Der Alte gehorchte. Sie ließ ihn nur so nahekommen, dass er mit ausgestreckten Armen ihre Fesseln lösen konnte.
Es war ein herrliches Gefühl für sie, ihre Beine wieder frei zu wissen.
„Gut. Krieche zurück zur Türe und bleibe dort liegen“ befahl sie ihm nun.
Als der Alte flach an der Schwelle der Türe lag stand sie auf und führte den Jungen, fest in den Schlitz der Hose gekrallt und das Messer an seinen schlaffen Schwanz haltend, zur Türe. Die Kette mit den Schlössern zog sie mit einem Fuß mit sich.
„Gut. Und jetzt noch drei Meter weiter“ befahl sie dem Alten.
Der kroch langsam vorwärts.
„Halt!“ Ihr Kommando wurde befolgt.
Sie führte den Jungen zu einem der Pfosten des Vordaches und stellte ihn mit dem Rücken dagegen.
„Bleib liegen und kette die Füße deines Sohns an den Pfosten“ befahl sie.
Kaum hatte der Alte ihren Befehl ausgeführt, kommandierte sie: „Wegkriechen!“
Der Alte tat es. Als er gut fünf Meter von den Beiden entfernt war, sagte sie: „Sehr brav! Jetzt steh auf und gehe auf den Kamm des Hügels. Wenn du oben bist, dreh dich um. Ich werde dann losrennen und du bleibst dort oben stehen!
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