Verlangen, Verlust und ein geplatzter Traum

Eine nicht alltägliche Familie - Teil 57

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Verlangen,  Verlust und ein geplatzter Traum

Verlangen, Verlust und ein geplatzter Traum

Grauhaariger

"Eine nicht alltägliche Familie“ ist die dritte Staffel der Geschichten um die Pilotin Olivia Andersson. Aufbauend auf „Eine nicht alltägliche Beziehung“ und "Eine nicht alltägliche Ehe".


„Ich habe Leon auf dem Weg hier her natürlich gesagt, dass er nie wieder einfach so weglaufen darf. Ich kann aber auch verstehen, dass für ihn in dem Moment nichts wichtiger war, als mit mir zu reden!“
„Und was wird jetzt?“ Martin hatte, wie auch Frau Richter, dem ganzen nur beigewohnt, ohne ein Wort zu sagen.
„Wenn wir die Wohnung behalten dürfen, bleiben wir hier!“ Das stand für Daniela jetzt unumstößlich fest. „Gerhard konnte ich zwar noch nicht erreichen…aber ich bin sicher, dass er meine Entscheidung verstehen und mittragen wird.“
„Wie hast Du denn das eigentlich gemacht, aus unserem Grundstück rauszukommen?“ Martin schaute seinen Junior eindringlich an. Auch Olivia, die Leon ja beobachtete hatte, richtete ihren Blick auf den Jungen.
„Ich bin mit meinem Bulldog und dem Anhänger einfach zum Gartentürchen gefahren.“ Der vierjährige Leon besaß einen Traktor zum Treten, an den er einen Hänger mit Kippmulde anhängen konnte. „Und auf den Kipper hab ich meine Schatzkiste quer draufgestellt. Ich bin raufgeklettert, dann auf den Pfeiler und von dort auf den Gehweg gesprungen.“ Und tatsächlich: Wie rein zufällig stand sein Bulldoggespann neben dem Gartentürchen im Gras.
„Klasse Leon!“, lobte Martin den Einfallsreichtum seines Sohnes. „Aber das machst Du nicht mehr, okay!?“
„Wenn ich aber doch unbedingt zu Tante Ela musste…!“
„Ich wette,“ entgegnete Martin dem Jungen, „Livia und auch Frau Richter hätten dich gebracht!“
„Hmmm;“ Leon schaute seinen Vater von unten herauf an. So recht Einsicht zeigte er aber nicht.

*****

Gerhard war erst nicht davon begeistert, dass der Umzug nach Finnland nicht stattfinden wird. Damit wurde auch sein Plan vereitelt, den Fahrjob aufzugeben und eine geregelte Arbeitszeit zu bekommen. Denn er in Finnland und seine Frau hier…nein, das würde er nicht wollen!
„Willst Du jetzt wirklich wegen der Kinder hierbleiben?“ Olivia war immer noch der Meinung, dass ihre Geliebte und deren Mann diesen Traum doch leben sollten! Klar würden die Kinder trauern. Aber Alle hatten den beiden versprochen, die Grubers in Helsinki zu besuchen so oft es halt ging. Oder Ela und Gerhard würden nach Hallbergmoos kommen, um Leon und seine Schwester zu besuchen. „Das ist nicht das gleiche…“ Leider wurde Leons Protest keine Aufmerksamkeit geschenkt.
Der erfahrenen Kindergärtnerin hatte Leons auftauchen und wie er so vor ihr stand gewaltig imponiert. Ein Vierjähriger, der so darum kämpft, dass sie nicht wegzieht! Nein, sie würde es nicht übers Herz bringen, sein doch so schön aufgebautes Zuhause mit dem Drumherum wenigstens teilweise zu zerstören. Nicht nur einmal war Leon zu ihr gekommen (hatte sie angesprochen), wenn er Probleme hatte. Für Erwachsene sicher Kleinigkeiten. Aber für so ein Kind? Mehrfach hatte sie zwischen dem Jungen und Olivia vermittelt, weil Anne eigentlich immer auf der Seite seiner Mutter gestanden ist. Irgendwie hatte sie die Oma-Funktion, obwohl sie sich überhaupt nicht als solche fühlte.
An diesem Abend war bei Martin und seiner Pilotin sturmfrei. Daniela lud Clara und ihren Bruder ein, bei ihr im Penthouse zu übernachten. „Ausnahmsweise, obwohl ihr morgen Schule und Kita habt!“
Mit dem schwarzen Dessous-Set, mit dem im Januar 2015 alles angefangen hatte, tauchte Liv später im Wohnzimmer auf. „Gehen wir nach unten oder nach oben?“, fragte sie ihren Mann mit verführerischem Augenaufschlag.

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