Sie unterstrich diesen Anschein der Seriosität noch dadurch, dass sie seltsamerweise schwarze Netzhandschuhe trug, die ihm erst jetzt auffielen. Als er sie genauer taxierte, fiel ihm weiter auf, dass ihr leidlich hübsches Gesicht dick, wenn auch recht kunstvoll, geschminkt war und dass es dadurch einen starren, maskenhaften Ausdruck angenommen hatte. Er meinte auch zu erkennen, dass ihre langen, schwarzen Haare nicht ihre eigenen waren, es musste eine Perücke sein. Und er nahm einen Duft wahr, der zwar angenehm, aber doch schon leicht penetrant wirkte, das einzig Aufdringliche an dieser Frau. Während er sie anstarrte, war er sich nicht sicher, ob er eher enttäuscht oder doch lieber angenehm berührt sein sollte. Enttäuscht, dass sie ihn so gar nicht anmachte, dass sie alles andere als eine „femme fatale“ war, keine geborene Verführerin. Erleichtert, dass sie all das gerade nicht war, dass sie wie eine Frau wirkte, mit der man ins Theater ging oder die man vom Elternbeirat her kannte. Er war erleichtert, weil ihr „normales“ Aussehen und Verhalten seine Urängste über käufliche Liebe und die Gefahren, die von Prostituierten ausgingen, nicht bediente. Bevor er es sich doch noch anders überlegte, kramte er rasch die verlangte Summe aus seinem Geldbeutel, ziemlich viel Geld, wie er fand, und gab sie ihr und sie verstaute sie in ihrem Schrank. Dann fragte sie ihn, der keine Anstalten machte, sich auszuziehen und noch nicht einmal seine Jacke abgelegt hatte, was denn los sei, ob er nun wolle oder nicht. Sie selbst zögerte jedoch ebenfalls, sich zu entkleiden. Schließlich begann er seine Kleidung Stück für Stück abzulegen. Dabei zitterten seine Hände ein wenig, der Atem ging ein bisschen schneller und der Mund war auf einmal ganz trocken. Als er endlich fast nackt auf der Bettkante saß, nur die Unterhose hatte er noch an, begann auch sie, sich zu entkleiden. Der dabei angedeutete Striptease war wohl Teil ihres Programms. Sie wiegte sich in den Hüften, drehte und wendete ihren Oberkörper, streckte ihn vor und zurück und streifte dabei langsam ihre Bluse ab. Der rote BH war klein und was darin steckte, vermutlich auch, in dem rötlichen Dämmerlicht musste er mehr ahnen, als dass er sehen konnte. Dann wackelte sie ein paarmal mit dem Po, ließ den Minirock hinab gleiten und setzte sich dicht neben ihn auf die Bettkante.
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