Ich blickte in die Runde und stand vor einer Bank, auf der jemand saß. Ein blond gelockter, schlaksiger junger Mann, der wie ich mit Rucksack unterwegs zu sein schien, grinste mich an. Nun- sollte ich vorbei gehen und mich schüchtern ein paar Bänke weiter setzen? Seine Augen strahlten mir so intensiv entgegen, dass ich einen Stich in der Magengegend spürte. Nein, an diesem süßen Typen vorbei zu gehen wäre eine Sünde gewesen, ich ging also weiter auf ihn zu und setzte mich gleich neben ihn. Er war aus Paris, und ein paar Jahre jünger als ich. Da er seinen R4, mit dem er auf der Insel herum gefahren war einchecken wollte, wartete er wie ich zu früh auf die Fähre. Wir unterhielten uns gleich angeregt über die üblichen Themen. Wo wir überall gewesen waren, was wir erlebt hatten, usw. Wir unterhielten uns auf englisch, denn meine Französisch Kenntnisse beschränkten sich leider nur auf die, welche ich nun nicht gleich auf dieser Wartebank anwenden wollte. Eric hatte wunderschöne lange Beine, welche er natürlich in ein Paar verwaschenen Jeans stecken hatte und gerne übereinander schlug. Die Zeit verging wie im Flug und wir suchten uns gemeinsam einen Platz auf dem Deck der Fähre. Zunächst lagen wir noch getrennt in unseren Schlafsäcken, aber je dunkler es wurde, desto näher rückten wir aneinander. Eine Flasche Rotwein wurde hervorgezaubert und das wohlige Gefühl nebeneinander zu liegen, und sich aneinander zu kuscheln trieb mir die Lust in die Lenden. Nun waren wir aber nicht allein, um uns herum lagen überall Leute und es machte mir eine Gänsehaut auch nur daran zu denken, seine Hand auf meiner nackten Haut zu spüren. Eric schnitt immer verwegenere Themen an, und erzählte mir von einen Traum, in dem eine Frau vorkam, die meinen Namen trug, die wie ich Tänzerin gewesen sei, in welche er sich unsterblich verliebt und wegen der er sein ganzes Leben geändert hätte.
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