Versuchung

Gina und die Eindringlinge - Teil 2

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Versuchung

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Conny Lingus

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Es sollte die erste von vielen leidenschaftlichen Nächten werden. So bald würde sich Gina nicht mehr untervögelt vorkommen. Gina, die Unersättliche, hatte Angina, die Lichtgraue, weit hinter sich gelassen.
Jeden Morgen, wenn sie vor ihrer Tasse frisch gebrühtem Kaffee sitzt, freut sich Gina schon auf den kommenden Abend und die darauf folgende Nacht mit Jens. Er liebt ihre verführerischen Outfits, die ihn immer ganz wuschig machen. Und sie liebt seinen steifen Zauberschwanz, der sie selbst ganz wuschig macht.
Doch nach neuneinhalb Wochen voller Leidenschaft geht Gina immer öfter die Frage durch den Kopf, welchen Reiz sie wohl auf andere Männer ausübt, wenn sie in freizügiger Kleidung ausgeht. Irgendwie hat sie das Gefühl, ein Mann sei ihr nicht genug. Nach den langen Jahren im selbstgewählten Exil möchte sie nichts mehr verpassen. Die Neugier auf das Leben treibt sie.
Immer häufiger drängt sie darauf, an den Abenden auszugehen, damit sie sich der Männerwelt in ihren frivolen Outfits präsentieren kann. Das eine oder andere verführerische Stück ist in den vergangenen Wochen noch hinzu gekommen. Sie genießt die lüsternen Blicke fremder Männer, wenn sie in durchsichtiger Bluse im Restaurant sitzt oder mit geöffneten Schenkeln auf dem Barhocker ihren Goldfinger sehen lässt. Jens' anfängliche Begeisterung beginnt in Eifersüchteleien umzuschlagen. Es kommt immer wieder zum Streit, wenn Gina mit anderen smarten Interessenten flirtet und Jens den Abend unbeachtet daneben sitzen bleibt.
"Du benimmst dich wie ein Flittchen, wie eine läufige Hündin, wenn du dich halb nackt von x-beliebigen Typen anmachen lässt."
"Es wäre wohl besser, du verzichtest künftig auf meinen Anblick. Dann müsstest du auch deine Konkurrenten nicht mehr ertragen. Jens, du beginnst, mich zu langweilen."
"Das ist wohl der Anfang vom Ende."
"Es tut mir leid! Auch wenn es schön war mit dir, habe ich doch das Bedürfnis, noch weitere Erfahrungen zu sammeln. Ich möchte nicht nur einem allein gehören."
Gina, die Unersättliche, beschließt, wieder allein auf Jagd zu gehen. Am Abend nach diesem Entschluss liegt Gina wieder einmal, von duftendem Schaum umgeben, in der Badewanne und versucht, sich über ihre Gefühle klar zu werden. 'Ich sollte noch mehr in meinem Leben ändern! Vielleicht den Job? Vielleicht umziehen? Sonst werde ich nichts wirklich Neues erleben. Nach so langer Abstinenz habe ich ein Recht darauf!'

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