Dies alles spielte sich so rasch ab, dass er, auch durch sein lang andauerndes Pinkeln gehindert, in das Geschehen nicht eingreifen konnte. Als er endlich fertig war, rannte er auf die Straße und stieß laute Flüche und Verwünschungen aus, aber das Auto war schon so weit weg, dass eine Verfolgung sinnlos war. Er war zwar froh, dass die beiden nicht versucht hatten sein Auto oder sein Gepäck zu klauen und ihm war auch sofort klar, dass mit seiner Schönen auch sein teures Spielzeug verschwunden war, aber er brauchte ein Weile, ehe er bemerkte, dass sie ihm einen Reifen zerstochen hatten. Weiterhin fluchend, begann er das Ersatzrad zu montieren. Zu allem Übel waren die Schrauben teilweise eingerostet und er musste heftig am Schraubenschlüssel zerren, um sie zu lockern. Dabei fiel ihm sein Portemonnaie aus der Tasche seiner Shorts und er warf es auf den Rücksitz.
Dann fuhr er weiter. Nach ein paar Kilometern sah er zu seiner Überraschung das Mädchen wieder am Straßenrand stehen. Sie winkte, senkte aber den Arm, als sie seinen Wagen erkannte. Langsam fuhr er an ihr vorbei und starrte sie wütend an. Traurig erwiderte sie seinen Blick. Als sie im Rückspiegel auftauchte, gab er Gas und ihre Gestalt wurde immer kleiner. Doch plötzlich bremste er, hielt an, stieg aus und bedeutete ihr mit einer ausholenden Armbewegung, zu kommen. Langsam und zögernd setzte sie sich in Bewegung. Als sie ankam, öffnete er die Tür und sie setzte sich neben ihn. Sie hatte Tränen in den Augen und begann schluchzend und wortreich etwas zu erzählen, das er nicht verstand und auch gar nicht verstehen wollte. Er herrschte sie lautstark an, sie solle den Mund halten. Sie schwieg, dreht ärgerlich den Kopf von ihm weg und starrte auf den Rücksitz und dort sah sie, durch ihre Tränen hindurch, sein Portemonnaie liegen. Sie setzten ihre unterbrochene Fahrt fort und neue Hoffnung keimte in ihr auf.
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