Der Vertreter und die Punkerin

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Der Vertreter und die Punkerin

Der Vertreter und die Punkerin

A. David

Burgner sprang auf und drückte die Notruftaste. „Hier Burgner im Kennedy Plaza.“ Der Mann in der Leitstelle teilte den beiden Eingeschlossenen mit, dass ihr Gebäude auf Platz 9 der Prioritätenliste stand. Außer den beiden sei niemand anders eingeschlossen. Alle anderen Menschen hätten sich nicht im Aufzug befunden und hätten das Gebäude über das Treppenhaus verlassen. Der Pförtner sei auch gegangen, er habe sich darauf verlassen, dass seine Ablösung bald kommen sollte. Der Kollege steckte aber im Stau und es würde noch dauern, bis er käme. Er hätte aber nicht die Ausbildung, den Aufzug wieder flott zu machen.

Burgner war Junggeselle. Zuhause wartete niemand auf ihn. Trotzdem holte er sein handy aus der Jackentasche. Kein Netz.

Anina war auf dem Boden geblieben und saß jetzt dort, mit dem Rücken gegen die Aufzugwand gelehnt.

„Keene juten Nachrichten.“

„Nein, in der Tat nicht“ pflichtete Burgner bei.

„Mußt du niemanden anrufen? Frau, Eltern, Kinder?“ fragte die Frau mit dem Irokosenschnitt.

„Nein, ich bin Single. Und es macht keinen Sinn, einen Freund anzurufen um zu sagen, dass man im Aufzug steckt. Auf mich wartet heute abend niemand. Noch nicht mal ein Goldfisch. Außerdem habe ich kein Netz.“

„Iss bei mir genauso. Aber ick hab n Netz. Wenne also telefonieren willst und es kurz machst …“

„Danke.“

Burger blickte auf die Uhr. Kurz nach 20.00 Uhr. Machte es Sinn, sich Gedanken zu machen, wie man hier vielleicht herauskam?

Er ging zu den Aufzugstüren und versuchte, sie von Hand auseinander zu drücken.

„Haste auffem Superman-Poster gepennt?“ kommentierte Anina.

„Ich mache mir wenigstens Gedanken.“

„Ick ooch. Wenn ick meine Tage hatte, bin ick immer richtig geil. Dann schieb ick mir alles in die Pussy, watt ick kriegen kann. Haarbürstengriff, Schlangengurke, Hammerstiel, watt gerade greifbar ist. Im Moment könnte ich nen Elefanten ficken.“

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