Verwandtenbesuch

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Verwandtenbesuch

Verwandtenbesuch

Jürgen Lill

Ganz langsam tauchte ich auf; und zwar immer so dicht an diesem schlanken Körper entlang, dass ich ihn fast mit meinen Lippen hätte berühren können. Als ich mit den Augen die Wasserlinie durchbrach, musste ich kurz blinzeln; dann sah ich direkt vor mir die kleinen, festen Brüste mit den rosigen, sich mir frech entgegenstreckenden Knospen. Gebannt und fasziniert verschlang ich sie mit meinen Augen, während mir buchstäblich das Wasser im Mund zusammenlief.
„Guten Morgen“, hörte ich da eine ganz zarte und weiche Stimme von etwas höher. Langsam hob ich meinen Blick und sah ein wunderschönes, asiatisches Mädchengesicht. Die großen, braunen Mandelaugen lächelten mich sanft an, als das Mädchen sich mir vorstellte.
„Ich bin Thuy.“
Vom Klang dieser Stimme lief mir ein erregender Schauer über den Rücken, während ich hilflos in den geheimnisvollen Tiefen ihrer mich halb neugierig, halb verschmitzt anlächelnden Augen versank. Ich weiß nicht einmal, wie lange ich so abgetreten war, bis ich ihre Stimme wieder vernahm.
„Du musst jetzt sagen: Und ich bin Joe.“
Ich stand noch immer ziemlich neben mir, als ich darauf erwiderte: „Hä? Was bin ich? … Ach ja: Ich bin Josef.“
Eigentlich wollte ich noch vielmehr sagen, aber irgendwie bekam ich kein Wort mehr heraus. Und ich war Thuy sehr dankbar dafür, dass sie mir aus dieser Verlegenheit heraushalf, indem sie sagte: „George hat schon viel von Dir erzählt. Er hat gesagt, Du bist sein Lieblingsneffe.“
„Ich bin sein einziger Neffe.“
„Jedenfalls freue ich mich, dass wir uns endlich kennenlernen!“
Thuy stieg die restlichen Stufen herunter, stellte sich dann aber auf die Zehenspitzen, und küsste mich auf beide Wangen. Wie zufällig streiften mich dabei die kleinen, harten Knospen ihrer Brüste. Ziemlich perplex und am Ende meiner Selbstbeherrschung brachte ich aber ganz gentlemanlike noch heraus: „Die Freude ist ganz auf meiner Seite.“

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Gedichte auf den Leib geschrieben