Victoria Hill

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Victoria Hill

Victoria Hill

Yupag Chinasky

Victoria Hill ist der Name eines Berges, besser gesagt einer Klippe, die auf der einen Seite steil zum Meer abfällt und auf der anderen Seite aber nur sanft ansteigt. Von der Spitze hat man eine sehr schöne Aussicht auf das Meer, die benachbarte Küste und die vorgelagerten Inseln. Wegen dieser Lage und des leichten Zugangs hat sich dort ein Restaurant angesiedelt, das „Seaview Restaurant“. Es gibt weit und breit keinen besseren Platz, als die Terrasse des Seaview, um bei einem hervorragenden Dinner den Sonnenuntergang zu erleben. Vor dem Lokal endet die Victoria Hill Street, die sich in sanften Windungen über etwa fünf Kilometer vom Stadtzentrum herauf zieht. Victoria Hill ist auch der Name der Amüsiermeile, des kleinen Rotlichtbezirks, die sich in unmittelbarer Nähe des attraktiven, viel besuchten Seaview angesiedelt hat. Tagsüber und zum Sonnenuntergang zieht es Touristen und Familien zum Victoria Hill, abends und in der Nacht aber nur noch Männer auf der Suche nach Vergnügung, Entspannung und natürlich nach netten, willigen Mädchen. Diese findet man, nicht gerade in Massen, aber doch recht zahlreich in den Bars und den Massagesalons entlang der Victoria Hill Street und den kurzen Nebenstraßen. Sie sitzen vor ihren Salons, räkeln sich in den Bars, gehen zu einem Imbissstand oder warten auf eine Einladung zum Chinesen oder Vietnamesen, doch meistens tun sie nichts und achten nur darauf, dass der Mann ihres Lebens oder zumindest der für diese Nacht, nicht an ihnen vorbei geht. Warten ist also ihre wichtigste Tätigkeit, ihr Lebensinhalt, denn es gibt viele Mädchen und viel zu wenig Männer und die wenigen werden schnell von der Konkurrenz weggeschnappt und in den Salon gezerrt oder in eines der Stundenhotels entführt, die sich in den Nebenstraßen finden, und dann bleibt nichts anderes übrig, als weiter zu warten und sich zu grämen, sich erneut zu schminken, die Haare zu kämmen und sich zu überlegen, wie man ohne die entgangenen Dollars über die Runden kommt und sich vorzunehmen, beim nächsten Mann, der im Dunstkreis auftaucht, schneller und besser zu sein und ihn sich auf keinen Fall entgehen lassen. Es gibt in Victoria Hill auch noch ein paar Imbissbuden, einige einfache Restaurants und einen Seven-Eleven-Laden, der ständig geöffnet ist und sogar ein paar Appartementhäuser für die wenigen, ständigen Bewohner und die Mädchen, die nicht weit weg von ihrem Arbeitsplatz eine Unterkunft haben wollen. Die Männer, die am Abend kommen, sind meistens nicht darauf aus, viel zu essen, sie wollen andere Gelüste befriedigen, deshalb gibt es hier bis auf das Seaview auch kein wirklich gutes Restaurant und auch dieses Spitzenlokal schließt in der Regel etwa eine Stunde nach Sonnenuntergang, weil die Gäste in der totalen Finsternis einfach nichts mehr sehen, nicht einmal mehr das Meer, nur noch die Sterne.

In den billigen Hotels werden selten Zimmer für eine ganze Nacht oder gar für mehrere Tage gebucht. Die Männer, die hierher kommen, brauchen das nicht und die Touristen bleiben lieber in der Nähe der Strände, wo es auch die besseren Hotels gibt. Insofern bildete er eine Ausnahme. Er hatte sich zunächst auch ein Zimmer in einem dieser Strandhotels genommen und verbrachte dort eine schreckliche Nacht. Nicht dass das Hotel selbst schrecklich gewesen wäre oder der Service, nein, das nicht, aber neben dem Hotel war eine Karaoke Bar und der infernalische Lärm, der von dort aus in das Weltall geschickt wurde, endete erst um vier Uhr morgens und das war für ihn nicht akzeptabel. Er war nicht hierher gekommen, um schlaflose Nächte dieser Art zu erleben. Man hatte ihm gesagt, und er konnte es auch durch Augenschein bestätigen, dass fast alle Hotels in der Stadt im Einzugsbereich von solchen Lärmquellen lagen und man gab ihm den Rat, er solle es doch einmal in Victoria Hill versuchen, da gäbe es mehr Ruhe, eine schöne Aussicht, auch einen netten, sauberen Strand am Fuß der Klippe, die Stadtstrände waren alles andere als nett und sauber, und ausreichende Zerstreuung hätte er direkt vor der Haustür. Hinzu käme, dass die Hotels viel billiger seien und es sei wirklich ruhig dort, selbst in der Nacht. Das stimmte alles, wie er sich schon in der ersten Nacht überzeugen konnte. Der kleine Strand am Fuß der Klippe war sehr malerisch, der Auf- und Abstieg nicht sehr beschwerlich. Das Essen im Seaview Restaurant tatsächlich exzellent und am Ende der Victoria Hill Street war es tagsüber sehr ruhig, aber auch nachts beschränkte sich die Musik in den Bars auf Zimmerlautstärke. Es soll wohl noch eine alte Verordnung aus frühen Zeiten geben, als sich noch kein Nachtleben breitgemacht hatte und die Hotels Gäste beherbergten, die Ruhe statt Rotlicht, Erholung statt Aufregung suchten. Das Hotel, in dem er sich einquartierte, „La niche au ciel“ , war nicht schlechter als das in der Stadt, der wesentliche Unterschied war, dass auch nachts ein ständiges Kommen und Gehen herrschte, aber die Gäste mit ihren Ladys machten keinen Lärm. Er hatte, stellte er am nächsten Morgen, bei einem wirklich guten Frühstück, zufrieden fest, eine gute Wahl getroffen.

Er verbrachte den Tag mit ausgedehnten Spaziergängen. Die schmalen Pfade auf den Klippen boten wunderbare Aussichten und der Weg zurück, unterhalb am Strand entlang, war ebenfalls sehr abwechslungsreich. Die Steine am Fuß der Klippen ragten oft bis in das Meer hinein und es war manchmal gar nicht so einfach, sie zu überwinden. An dem kleinen Sandstrand unterhalb des Seaview wäre er gerne geschwommen, hatte aber seine Badehose nicht dabei und beschloss, dies am nächsten Tag ausgiebig nachzuholen. So watete er nur bis zu den Knien in dem warmen, ruhigen Wasser des Ozeans. Dann stieg er die Treppen hoch und genoss auf der Terrasse eine vorzügliche Fischplatte, die er kaum schaffte, dazu gab es trockenen australischen Weißwein. Beides, zusammen mit der kostenlosen Aussicht, ein Gedicht, das ihn freundlich und friedlich stimmte. Gegen Abend ging er zum zweiten Mal in das Seaview, bestellte eine halbe Garnele und noch einmal eine ganze Flasche des australischen Weißweins. Während er aß und so seinen Geschmacks- und Geruchssinn befriedigte, erfreuten sich seine Augen an dem dramatischen Sonnenuntergang, dem Versinken des roten Feuerballs im silbernen Meer, an den Wolken, die sich rosarot einfärbten und den Klippen, die im letzten Licht orange-rot angestrahlt wurden. Es herrschte Ruhe und Harmonie, das Restaurant verzichtete zum Glück auf eine Beschallung mit der üblichen Popmusik und so konnte er Bissen für Bissen, Schluck für Schluck, das Licht und die Ruhe mit allen Sinnen genießen. Dann war es, wie immer in diesen Breiten, sehr rasch sehr dunkel und das Lokal würde bald schließen. Nun war es an der Zeit, das Nachtleben von Victoria Hill zu erkunden.

Der Gang über die sündige Meile, die natürlich bei weitem keine Meile lang war und auch gar nicht besonders sündig, wäre trotz des relativ reichhaltigen Angebots an Zerstreuung schon nach kurzer Zeit beendet gewesen, wenn er nicht mit einem jungen Mann, einem Landsmann, wie sich gleich herausstellte, ins Gespräch gekommen wäre. Er setzte sich zu ihm und sie tranken zusammen Bier und redeten, tauschten Erfahrungen und Eindrücke aus und er erhielt ein paar Tipps zur Qualität der Bars und der Massagesalons. Der junge Mann wohnte ebenfalls in einem Hotel in Victoria Hill, meinte lakonisch, nun sei er ja nicht mehr der einzige Tagesgast hier und lachte. Ja, es gehöre schon etwas Mut, aber noch mehr Durchhaltevermögen dazu, sich hier ein Zimmer zu nehmen. Aber für ihn sei es geradezu ideal. Er sei Koch auf einem dieser großen Luxusschiffe, die dauernd auf den Weltmeeren kreuzten. Auf See habe er so gut wie keine Freizeit, die habe er dafür am Stück, immer zwei Wochen, und er sei zum ersten Mal hier und es gefalle ihm ganz gut, aber morgen, da müsse er abreisen und wieder seine lange Schicht antreten. Auf See, das sagte er auch noch, hätte man wenig Abwechslung, er wisse doch, zwinkerte er, was er meine. Die Passagiere seien alle im sehr fortgeschrittenen Alter und unter der Crew könnte man auch mit niemandem anbandeln. Die wenigen Frauen seien allesamt frustriert und verklemmt und wollten einen unbedingt heiraten. Mit denen sollte man sich lieber nicht einlassen, schon um Eifersüchteleien oder gar Schlägereien zu vermeiden. Dagegen sei Victoria Hill das reinste Paradies, eine Riesenauswahl an willigen Mädchen, alle seien ok, alle preiswert und die meisten sooooo lieb. Bei diesen Worten schaute der Erzähler verzückt eine kleine, schmalbrüstige, dunkelhaarige Elfe an, die begonnen hatte, den Nacken des Zuhörers zu massieren. Sie redeten noch eine Weile, er bestellte aber kein zweites Bier mehr. Der Bitte der sanften Masseuse, ihr ebenfalls einen Drink zu spendieren, kam er gerne nach und als er die beiden verließ, gab er ihr noch ein paar Dollar Trinkgeld und machte auf diese Weise zumindest einen Menschen in Victoria Hill ganz offensichtlich glücklich.

Nach dem Essen, dem Bier, der Unterhaltung und der Nackenmassage stand ihm auf einmal der Sinn nach einer richtigen Massage, einer Vollkörpermassage mit allem Drum und Dran. Er erinnerte sich an ein Erlebnis aus längst vergangenen Zeiten, als ein schmales, braunes Wesen, weißen Schaum mit ihrem nackten Körper auf seinem nackten Körper verteilte und vor allem an das, was dann geschah, nachdem beide den Schaum abgespült hatten. Ein vergleichbares Erlebnis suchend, schlenderte er wieder durch die Hauptstraße, bog hie und da in eine der Seitengassen ein, schaute sich an, wer da so vor den Salons saß, verglich die Angebote und die Preise, aber das war unnötig, denn alle boten quasi das selbe zu fast identischen Preisen an. Auch die Mädchen, die ihn jubelnd begrüßten, laut los schnatterten, wenn er vorbeiging, sahen sich sehr ähnlich. Alle waren klein und meistens schlank, hatten braune Haut und schwarze Haare, ihre Gesichter waren hübsch, alle schauten ihn freundlich, ja geradezu sehnsüchtig an und versuchten ihre weiblichen Merkmale zur Geltung zu bringen. Doch viel war da oft nicht vorhanden. Die meisten Brüste waren zwar fest, aber klein, die Hintern zwar wohl geformt, aber passten in eine größere Männerhand, die Beine schlank, doch ziemlich kurz. Dennoch wurde eifrig gereckt und gewackelt. Manche Kleider waren aufreizend, manche hatten Netzstrümpfe oder trotz der Wärme Nylons an, die meisten aber waren ganz, normal gekleidet, so wie sich junge Mädchen gerne anziehen. Aber alle waren durch die Bank stark geschminkt, ihre Lippen meist grell rot, die Augen mit künstlichen Wimpern versehen, dick aufgetragenes Puder im Gesicht, die Haare manchmal abenteuerlich gefärbt, die Fingernägel lang und mit Mustern schön verziert. Vor den Massagesalons, die etwas im Abseits lagen, in den Nebenstraßen oder in Hofeinfahrten mussten die Girlies noch intensiver auf sich aufmerksam machen, als an der Victoria Hill Street selbst. Während sie auf der hell erleuchteten Hauptstraße meistens nur ruhig vor den Salons oder Bars saßen, warteten, plauderten, den Männern nachschauten, ihnen zuwinkten und schöne Worte, wie „I love you“, oder eindeutige Aufforderungen, wie „wanna fuck me“, zuriefen, stürzten sie sich in den dunkleren Nebenstraßen regelrecht auf alle männlichen Wesen, die sich hierher verirrt hatten. Sie tätschelten sie ab, zerrten an den Armen und es konnte geschehen, das hatte er sich von dem Landsmann sagen lassen, ihm selbst war es noch nie passiert, dass eine ganz Mutige, nach den Eiern griff. Dies machten jedoch, so der Landsmann, nur die wenigen Älteren, die vermutlich sonst zu keiner Kundschaft mehr kämen.
Eine derartige Handgreiflichkeit tat ihm die hübsche Maria, mit ihren langen, seidenen, hellbraunen Haaren, mit ihrem sanften, schüchternen, aber dennoch verführerischem Blick, nicht an. Sie hatte sich nicht einmal auf ihn gestürzt, nicht einmal laut gerufen, aber dennoch hatte sie sofort seine Aufmerksamkeit erregt, als sie ganz beschwingt auf ihn zukam. Ihr Gang, das konnte er schon auf den wenigen Metern erkennen, die sie zurücklegte, um dicht neben ihm zu stehen, war phänomenal: ein sanftes Schwingen der schmalen Hüften, ein verhalten-erotisches Wackeln des straffen Hinterns, ein sorgfältiges Aufsetzen der Füße. Dazu war in ihrem Gesicht der Ausdruck reinster, offensichtlichster Freude, als wenn ein lang ersehnter Freund oder der Traum von Mann, endlich, endlich zu ihr gekommen war. Als sie neben ihm stand, sie war sogar ein wenig größer als der Durchschnitt, umfasste sie sofort seine Schultern mit beiden Händen, näherte ihren Mund seinem Ohr und flüsterte ihm ganz verführerisch zu, sie heiße Maria und ob er nicht eine Massage wolle, eine sehr gute, ganz billig, eine ganze Stunde lang. Sie wartete ein Weilchen, um sicher zu sein, dass er sie verstanden hatten, dann fuhr sie fort, sie sei sehr gut, in allem, sie würde alles für ihn tun, alles, was er nur wolle und sie würde ihn garantiert nicht enttäuschen. Dann zählte sie im Einzelnen auf, was ihn erwarten würde, was zu ihrem Angebot gehörte und wie viel er für diese Wonnen bezahlen müsste. Es waren eingeübte Worte, die sie flüsterte, denn später, als er versuchte, sich mit ihr zu unterhalten, stellte er rasch fest, dass ihr Wortschatz in Englisch sehr, sehr begrenzt war. Aber ihren Spruch hatte sie wirklich schön aufgesagt, mit einer wirklich sexy Stimme und ihm zum Abschluss noch einen gehauchten Kuss auf die Wange gegeben, der fast mehr versprach, als ihre Worte und der ihn, wenn er noch unschlüssig gewesen wäre, endgültig für diese Maria voller Gnaden eingenommen hätte. Aber war bereits jetzt schon entschlossen und so fiel es ihr leicht, ihn an der Hand zu nehmen und in Richtung ihres Salons zu ziehen. Auf dem kleinen Hof saßen, im Schein eines rosafarbenen Neonlichts, noch drei andere Mädchen, die den Gast freundlich, aber auch etwas seltsam anschauten und Maria anscheinend zu ihrem Fang beglückwünschten. Er blieb vor der Eingangstür stehen und betrachtete, bevor er den Salon betrat, die wartenden Mädchen und auch seine neue Bekanntschaft, als ob er prüfen wollte, ob seine Wahl richtig war. Aber an Maria gab es nichts auszusetzen. Sie war schlank und schmal, wie die meisten Mädchen hier. Sie trug einen grünen, bodenlangen Rock und eine einfache, weiße Bluse. Ihre Figur war, soweit er es beurteilen konnte, tadellos, auch wenn sie noch mehr als die anderen einer Elfe glich. Ihr Gesicht war ein wenig herb, nicht so lieblich, aber ihre Züge waren ebenmäßig und wohlproportioniert. Sie deutete sein Zögern so, dass ihm noch Information fehlte und so sagte sie das Sprüchlein mit ihren Dienstleistungen erneut auf, diesmal aber nicht flüsternd, sondern mit einer angenehmen Altstimme. Alles war bestens, er trat ein und Maria führte ihn zu einem Sofa, sagte er solle sich setzen und die Schuhe ausziehen. Dann verschwand sie kurz und kam mit einer Schüssel warmen Wassers zurück und begann seine Füße zu waschen, wie Jesus in der Nacht vor seinem Tode, nur dass sie ein Handtuch und nicht ihre Haare zum trocknen verwendete.

Beim Waschen kniete sie auf dem Teppichboden und sah immer wieder hoch, lächelte ihn an und ihre Augen versprachen alle Seligkeiten dieser Welt. Dann bat sie ihn in ein schummeriges Chambre separée, das allerdings nur ein Kompartiment in einem größeren Raum war, abgetrennt durch einige Vorhänge von den anderen, ähnlichen Räumen, und als Inneneinrichtung nur eine Matratze besaß, sonst nichts. Man würde bestimmt jedes Geräusch hören, jedes Wort verstehen, wenn in den anderen Massageräumen Betrieb war, aber er war allein und blieb es auch, allein mit Maria. Sie hatte ein großes Handtuch auf die Matratze gelegt, ihn aufgefordert, sich auf den Bauch zu lege und sich neben ihn gekniet. Irgendwie hatte er gehofft, sie würde sich ausziehen und ihn, nur noch mit ihrer Unterwäsche bekleidet, bedienen, aber dem war nicht so. Sie hatte Rock und Bluse anbehalten, nur ihre lange Seidenhaare hatte sie zu einem Knoten hochgebunden. Maria verstand ihr Handwerk und übte es mit ihren kräftigen Händen aus. Erst jetzt fiel ihm auf, wie groß und muskulös diese Hände waren, mit langen, ziemlich knöchrigen Fingern, mit deutlichen Sehen und ausgeprägten Adern auf den Handoberflächen. Solche Hände bekommt man wohl im Laufe der Zeit, wenn man dieses Handwerk, das war es ja, täglich ausübte, dachte er, während Maria ihn weiter durchwalkte und fast jede Muskel seines Körpers bearbeitete. Von Zeit zu Zeit schlug sie mit der Faust, der flachen Hand oder der Handkante auf ihn ein oder drückte ihren Zeigefinger in eine Kuhle seiner Haut. Um eine bessere Ausgangsposition zu haben, kniete sie zwischendurch sogar auf seinen Hintern. Dann war sie mit seinem rückwärtigen Körper fertig, er musste sich umdrehen und nun waren Bauch und Brust die bevorzugten Objekte ihrer Künste. In dieser Position konnte er ihr bei der Arbeit zusehen, ihr Gesicht anschauen und auch besser mit ihr sprechen. Er merkte aber rasch, dass eine Verständigung über den Austausch von Banalitäten hinaus, so gut wie unmöglich war. Sie lächelte nur, als er sie fragte, was nach der Massage käme. Sie verstand nicht, als er wissen wollte, ob er danach noch etwas erwarten könnte. Stattdessen zupfte sie nun an seinen Fingern und Zehen, als wollte sie diese aus den Gelenken ziehen. Ihm war klar, dass es sinnlos war, ihr vorzuhalten, was sie ihm auf der Straße ins Ohr geflüstert hatte. Erst als er sie direkt fragte „you make love with me or not“, verstand sie, kicherte und fragte zurück, „What do you want?“. Was er wolle, sei doch klar, die Frage sei nur, was sie ihm bieten würde. Doch hier schienen ihre Sprachkenntnisse wieder auszusetzen, denn sie gab ihm keine Antwort, dafür begann sie, schmerzhafte Punkte an seinem Kopf zu suchen und sie so zu drücken, dass er laut aufschrie.

Was er wollte, hatte sie aber anscheinend doch verstanden, denn auf einmal sagte sie, „Okay, yes, give me big money.“ Er habe doch schon bezahlt, protestierte er, sie habe doch selbst gesagt, er könne alles bekommen, ob sie das vergessen habe. Er könne ihr ein Trinkgeld geben, wenn sie es gut mache. Darauf Maria, die wohl doch etwas mehr verstand, „Yes, small money for massage you give me. But love only with big money.“ Er wollte wissen, was sie unter „big money“ verstehe. “50 Dollar“, war die prompte Antwort. Darauf er, „You are crazy, 50 is too much“. Maria lächelte. „But I am good, make special massage, 50 Dollar, not very big money.“ Sie handelten und schäkerten noch ein wenig herum, dann war Maria mit der Massage für das „small money“ zu Ende und sie hatten sich auf 20 Dollar als „big money“ geeinigt. Maria bestand darauf, dass er das Geld aus seiner Hosentasche kramte und ihr gab, erst dann stand sie auf, verließ das Kabuff und kam mit einer großen Tube zurück. Derweil lag er gespannt auf der Matratze und harrte der Dinge, die nun kommen würden. Die kamen dann auch, aber in einer etwas anderen Form, als er sich vorgestellt hatte. Von wegen Liebe im Separée oder weißer Schaum auf brauner Haut. Nicht einmal der Anblick des nackten Elfenleibs sollte ihm gegönnt werden. Weder die kleinen Brüstchen noch die wahrscheinlich sorgfältig rasierte Scham sollte er zu sehen bekommen. Maria machte keinerlei Anstalten, sich auszuziehen, stattdessen kniete sie sich neben seine Beine. Das deutete er als Aufforderung, aktiv zu werden. Er grapschte nach ihr und versuchte zwischen ihre Beine zu fassen. Das war ihr aber gar nicht recht. Sie entzog sich geschickt und beharrlich seinen Griffen und vereitelte durch Zusammenpressen und Wegdrehen jede Annäherung im intimen Bereich. Als er genervt aufgab, kicherte sie. Nun versuchte er es mit ihren Brüsten. Hier war sie nicht so rigoros, aber er konnte nur sehr feste, kleine Körbchen ertasten, in denen nur ganz kleine Wölbungen zu finden waren und die winzigen Brustwärzchen ließen sich durch sein Gefummel in keiner Weise erregen. Spätestens jetzt war ihm die Sachlage klar. Doch statt sich zu ärgern, lachte er laut und Maria stimmte in ihr Lachen ein. Sie war froh, dass seine Entdeckung keine schlimmen Folgen für sie hatte. Was dann noch abging, war die 20 Dollar kaum wert. Maria besorgte es ihm mit ihren kräftigen Männerhänden unter Zuhilfenahme der Gleitcreme und er musste, wohl oder übel, zufrieden sein. Nachdem also nicht mehr zu erwarten war, schickte er sich in die Lage und war am Ende sogar ein wenig befriedigt. Maria verstand diese Variante des „big money“ genauso gut, wie den Job für das „small money“. Ihre festen Hände konnten ganz sanft sein. Sie rieben und drückten sein bestes Stück, zogen und schoben und bemühten sich, es erst aufzurichten, dann stramm und stark zu machen. Es dauerte, vielleicht aus Trotz wegen der enttäuschten Erwartungen. Auch er bemühte sich durchaus, aber es sah eher mau aus, doch Marias Hände ließen nicht nach, bis es ihm endlich kam und sein Samen nicht gerade sprudelte, aber immerhin deutlich zu sehen war. Maria lachte erleichtert auf, offensichtlich froh, dass sie es geschafft hatte. Dann säuberte sie ihn mit einem Papiertaschentuch und ließ ihn allein. Sie war jedenfalls zufrieden, denn nachdem er sich angezogen hatte und den kleinen Hof wieder betrat, stand sie(er) bei ihren(seinen) Kollegen(Kolleginnen), schwenkte den 20 Dollarschein und erzählte freudestrahlend von ihrem „big money“ Erfolg. Als er sich anschickte zu gehen und ihr zum Abschied doch noch ganz freundlich zuwinkte, eilte sie zu ihm hin, umarmte ihn und gab ihm sogar einen richtigen Kuss, sogar auf den Mund, wenn auch nicht in, aber dennoch einen Kuss und fragte ihn, ob er am nächsten Tag wieder käme und um es ihm schmackhaft zu machen, bot sie sogar an: „tomorrow discount for big money.“
Er ging am nächsten Tag nicht noch einmal zu Maria, obwohl es ihn gar nicht so sehr gestört hatte, dass sie gar nicht das liebliche Mädchen war, für das sie sich ausgab. Er hatte nämlich Sokuntha kennengelernt. Sokuntha war eine echte Frau, da gab es keine Zweifel, das wusste er, bevor sie nachts nebeneinander im Bett lagen und er sich im Detail überzeugen konnte, dass an ihr nichts Männliches war. Sokuntha hatte er auch erst wieder am Abend in einer Bar in Victoria Hill kennengelernt. Am Vormittag war er mit dem Tuk-tuk in die Stadt gefahren, durch die Straßen gepilgert, hatte einen Markt besucht und war dann an dem großen, ausgedehnten Strand entlang gelaufen. Es hatte ihm nicht sehr gefallen und auch das Mittagessen in einem der kleinen Strandrestaurants hielt einen Vergleich mit dem Seaview nicht stand. Der Fisch war trocken, versalzen und zu stark gegrillt, die Krabben ziemlich mickrig, die Muscheln rochen verdächtig, er ließ sie liegen. Am späteren Nachmittag war er die Treppen zum Meer hinab gestiegen und das nachgeholt, was er sich am Vortag vorgenommen hatte. Er schwamm sehr lange, lag im Schatten, las ein Buch, das er sich vorsorglich mitgenommen hatte. Als sich die Sonne dem Horizont näherte, suchte er wieder das Seaview auf und kompensierte die Enttäuschung des Mittagessens. Beschwingt nahm er sich vor, diesmal nicht auf einen Ladyboy hereinzufallen und landete in der Draft Bar. Es war eines der einfacheren Etablissements, wenn man es freundlich umschreiben will. Drei Räume, in dem einen die Theke, in dem anderen ein Billardtisch, im Dritten ein paar Tische und Sitzgelegenheiten. Die Wände waren voller Graffiti, das Licht dunkelrot, die Musik laut und nichtssagend. Er blieb unschlüssig in der Eingangstür stehen. Sollte er hier ein Bier trinken oder doch lieber wo anders? Doch das Mädchen hinter der Theke hatte ihn schon erspäht, sie war besonders klein, dafür besonders vif und sehr schnell. One beer? Das Bier in Victoria Hill war sehr gut und vergleichsweise billig. Sie stellte das gefüllte Glas auf die Theke, neben das von Sokuntha und dann saß er neben Sokuntha und dort blieb er den ganzen Abend sitzen und alles andere ergab sich. Sokuntha sprach einigermaßen Englisch, sodass ein Gespräch zustande kam. Sie redeten über dies und das und tranken eifrig Bier. Sokuntha konnte anscheinend eine Menge vertragen und auch er hatte nach dem langen Tag großen Durst. Mit Sokuntha in Kontakt zu kommen war einerseits ganz einfach, sie war durchaus aufgeschlossen und zu nichts abgeneigt, wie er im Laufe der Zeit merkte. Andererseits war es dennoch schwierig, denn neben ihr saß eine Freundin und die war lesbisch, wie er später erfuhr. Sie versuchte sich immer in die Unterhaltung einzumischen, obwohl sie kein Wort Englisch sprach. Sokuntha sollte übersetzen und als sie merkte, wie er und Sokuntha sich unaufhaltsam näher kamen, fing sie an, ganz heftig an ihrer Freundin herumzufummeln. Sie legte ihren Arm um ihre Schulter, gab ihr Küsse auf die Wangen, dann versuchte sie auch ihren Mund zu küssen und schließlich begann sie ganz unverhohlen an ihren Brüsten herumzuspielen, bis es Sokuntha zu bunt wurde, ihr einen Klapps auf die Finger gab und auf sie ein schimpfte. Beleidigt verließ die Freundin den Platz an der Theke und suchte sich eine andere Genossin für ihre Spielchen. Jetzt hatte er freie Fahrt und legte seine Hand auf ihre Schulter. Sie reagierte, indem sie die ihre auf seinem Oberschenkel platzierte. Dann war auch schon sein Gesicht ganz nah an ihrem und er flüsterte ihr schöne Worte zu, insoweit ein Flüstern bei dem Geräuschpegel überhaupt Sinn machte, aber sie war ganz offensichtlich angetan. Schließlich wollte er mit ihr tanzen, merkte aber, als sie nebeneinander standen, wie klein sie war. Sie reichte mit ihrem Kopf knapp an seine Brustwarzen. Sie tanzten dennoch, eng umschlungen, dicht aneinander gepresst. Kaum waren sie fertig und setzten sich wieder an die Theke, kam die lesbische Freundin und Sokuntha tanzte auch mit ihr. Wieder ganz eng umschlungen, besser gesagt, die Freundin klammerte sich wie eine Ertrinkende an Sokuntha und die konnte nur hilflose bedauernde Blicke aussenden, aber dann war die Musik zu Ende und die beiden Frauen lösten sich voneinander und er sah, hören konnte es er nicht, weil neue Schallwellen durch den Raum waberten, dass Sokuntha heftig auf ihre Freundin einredete, bis diese zornig und mit Tränen in den Augen fortging und im Verlauf des Abends auch keine weiteren Versuche einer erneuten Annäherung mehr machte. Sokuntha kam zurück zur Theke, wo ein frisches Bier auf sie wartete, und setzte sich wieder neben ihn. Sie war entrüstet wegen des Verhaltens ihrer Freundin und beteuerte ein ums andere Mal, dass sie keineswegs lesbisch sei, ganz bestimmt nicht, dass sie diese Kontakte aber manchmal zulassen würde, weil es in der Bar oft langweilig war, wenn keine Männer auftauchten und es sei ja nun doch ihre Freundin und er solle das Ganze nicht so Ernst nehmen. Dann prosteten sie sich zu. Es waren in der Tat fast nur Mädchen in der Bar, manche spielten Billard, andere redeten, einige tanzten zusammen, auch die lesbische Freundin hatte eine andere Partnerin gefunden, schielte aber immer wieder eifersüchtig und böse zu ihm hin. Den Verlust ihrer Freundin, die offensichtlich ihre liebste Gefährtin war, konnte sie einfach nicht verwinden. Sokuntha kannte alle Mädchen, denn auch sie war hier Stammgast, kam fast jeden Abend her, und weil es oft sehr langweilig war, trank sie viel zu viel, wie sie ihm später gestand. Sie blieb nicht lange an seiner Seite, gerade lange genug, um das Bier auszutrinken, dann musste sie noch etwas mit den Mädchen in der Bar klären, wie sie ihm kurz zu verstehen gab. Sie war auf der Suche nach einer Haarspange, die sie am Vortag liegengelassen hatte. Diese war verschwunden und sie nahm an, dass ein anderes Mädchen sie geklaut hatte. Es sei zwar nur eine billige Haarspange, sagte sie, aber sie hänge an ihr, eine Spange mit hohem Erinnerungswert. Er vermutete, dass sie wohl von einem Liebhaber stammte, von denen sie vermutlich einige gehabt haben dürfte. Doch das störte ihn nicht sonderlich. Ihre Vergangenheit interessiert ihn nicht allzu sehr. Mehr schon die Antwort auf seine Frage, ob sie in sein Hotel mitkommen wolle. Die Antwort war klar und nicht lange danach konnte er sich überzeugen, dass an Sokuntha wirklich alles weiblich war.

Seltsamerweise musste er sich in seinem Hotel von dem Mädchen an der Rezeption sagen lassen, dass „one night with a lady“ 20 Dollar extra kosten würde. Er wunderte sich, das in dieser Gegend, bei dieser Art von Hotel, das hatte er nicht erwartet. Sie solle es auf die Rechnung schreiben, was sie dann auch tat. Sein Zimmer war zwar nicht groß, hatte aber zwei Betten, und das war, wie sich noch zeigen sollte, ganz nützlich. Sokuntha ging als Erste unter die Dusche und kam mit einem weißen Handtuch um ihren Körper geschlungen, zurück. Sie legte sich auf das eine Bett und öffnete eine Büchse Bier. Sie hatten in der Draft Bar schon einiges getrunken, sogar richtig viel, aber Sokuntha hatte darauf bestanden, aus dem Seven-Eleven noch einen Sixpak mitzunehmen. Dann duschte auch er und dann begannen sie ihr Liebesspiel. Sokuntha war willig und erfahren, das Bier hatte sie nicht schläfrig gemacht, im Gegenteil, sie ging mit großer Inbrunst ans Werk und auch er hielt eifrig Stand und erreichte am Ende sein Ziel und es kam, was kommen sollte, wenn auch, seinem Alter geschuldet, mit deutlicher Verzögerung und wohl auch nur, wegen ihrer tatkräftigen Hilfe. Ein Segen des Alters ist durchaus, dass man länger braucht wie als junger Mann und wenn die Kraft nicht erlahmt oder erschlafft, führt es dazu, dass der Verkehr länger andauert und auch die Frau mehr von der ganzen Sache hat. Doch noch waren sie am Anfang dieses Spiels. Sie küssten und beleckten sich, drückten sich aneinander, rieben sich gegenseitig an den intimsten Stellen. Das mit dem Küssen war allerdings nicht so weit her, Sokuntha öffnete zwar ihren Mund und ließ seine Zunge eintreten, aber sie stellte sich dabei viel tapsiger an, als mit all den anderen Dingen, die sie machte, man könnte meinen, sie sei eine Jungfrau bei ihrem ersten Kuss für einen Mann. Das war sie aber keinesfalls, denn sie wusste sehr genau, was mit ihrem restlichen Körper zu tun war. Sie saß mal rittlings auf ihm, dann lag sie unter ihm, dann machten sie es seitlich. Sokuntha half mit ihren Fingern nach, wo immer es nötig war, bei ihm, bei sich selbst. Sie bebte und stöhnte und zuckte und er war sich absolut sicher, dass sie keine Show veranstaltete und den Beweis hierfür lieferte sie zu seinem Erstaunen, ja geradezu Erschrecken, auch noch selbst. Als er eifrig zugange war, sie an ihrer Muschi zu lecken, sein Gesicht in ihrem Schoß vergraben, merkte er auf einmal, dass diese immer feuchter wurde, dass die Flüssigkeit gar nicht mehr aufhörte aus ihrem Inneren zu quellen und er stellte auch noch fest, dass ihr Saft plötzlich anders schmeckte, nicht mehr so säuerlich. Er hörte auf zu lecken, hob sein Gesicht leicht an und sah genauer hin. Zu seinem gelinden Schrecken stellte er fest, dass aus ihre Muschi Pipi in kleinen Stößen quoll und das Laken mitsamt der darunter liegenden Matratze einnässte. Sokuntha erklärte später, sie sei so weit weg gewesen in ihrem Orgasmus, dass sie es gar nicht bemerkt habe und auch nicht verhindern konnte. Es sei wunderschön gewesen, fügte sie noch hinzu, bevor sie sich eine weitere Dose Bier aus dem Kühlschrank holte, die sie zusammen in dem zweiten, dem trockenen Bett tranken, in das sie umgezogen waren, nachdem ihre Ekstase abgeklungen war. Er versicherte, dass die Sache mit dem Pipi für ihn nicht schlimm gewesen sei, dass er aber so etwas noch nie erlebt habe und deswegen verunsichert war. Sokuntha lachte und gestand, dass sie so etwas auch nicht immer machen würde, nur manchmal, nur wenn sie ganz besonders erregt sei. Er sei einer der Wenigen, die das bei ihr geschafft hätten und darauf er könne ruhig ein bisschen stolz sein, immerhin habe er sie zu einem sagenhaften Orgasmus getrieben.
Das schmeichelte ihm zwar, aber so ganz glauben wollte er es nicht. Er wollte auch kaum glauben, dass Sokuntha, nachdem sie das Bier ausgetrunken hatten, noch einmal anfing, an ihm herumzuspielen, seine Haut zu streicheln und seinen Schwanz zu drücken. Sie merkte aber rasch, dass bei ihm wohl keine neuerliche Auferstehung des Fleisches stattfinden würde, deswegen konzentrierte sie sich darauf, intensiv ihre Muschi zu reiben und ihm ihre Brüste hinzustrecken. Diese waren nicht sehr groß, aber ziemlich fest, er konnte durchaus verstehen, dass die Freundin sie als Spielwiese schätzte, und die Brustwarzen waren schon wieder steif und aufgerichtet. Er drückte sie mit den Fingern, dann nahm er sie in den und lutschte an ihnen. Sokuntha stöhnte und bewegte sowohl ihre Brüste als auch ihr Becken rhythmisch hin und her. Dann nahm sie eine seiner Hände, führte sie von der Brust zu ihrer Muschi und keuchte, er solle einen Finger in ihre Vagina einführen, während sie weiterhin ihre Klitoris rieb. Er tat es, sie reagierte mit neuerlichen Konvulsionen und stöhnte, mehr, sie wolle mehr und er solle es schneller machen und tiefer und noch einen Finger nehmen. Dabei zuckte ihr Unterkörper immer schneller, immer heftiger und sie wand sich immer wilder. Er war schließlich mit vier Fingern in ihr und rieb und stieß, während die andere Hand nach wie vor ihre Brüste bearbeitete. Sokuntha bäumte sich schließlich regelrecht auf, rieb immer wilder, stöhnte immer lauter. Ihre Augen waren geschossen, ihr Gesicht war verzerrt und dann kam ihr zweiter Orgasmus und sie explodierte unter konvulsiven Zuckungen und unartikuliertem Stöhnen. Dann löste sich Spannung ganz plötzlich, der Orgasmus war vorbei, diesmal ohne, dass Pipi auch noch das zweite Bett eingenässt hätte. Auch bei ihm löste sich die Spannung, die sich bei seinem heftigen Tun aufgebaut hatte, ohne ihn allerdings zu einem weiteren Höhepunkt zu führen. Beide lagen nun friedlich nebeneinander und tranken ein letztes Bier. Schließlich eroberte der Schlaf die beiden absolut Gerechten und entführte ihren Geist in seine Traumwelt, während ihre ausgelaugten, befriedigten Körper sich auf dem zerwühlten Laken ausbreiteten.

Er hatte sich eigentlich darauf eingestellt, mit Sokuntha nicht nur diesen, sondern alle restlichen Tage seines Aufenthalts zu verbringen. Aber zu seiner Überraschung sagte sie ihm nach dem Frühstück, sie müsse weg zu ihrer Arbeit und könne ihn erst wieder am Abend treffen, in ihrer Stammkneipe, der Draft Bar. So lag wieder ein einsamer Tag vor ihm, der es jedoch nicht lange bleiben sollte, denn er traf Sray. Er sah sie, als er nach dem Frühstück einen Spaziergang zur Seaview, wo es außer dem Lokal, auch noch einen kleinen Park gab. Dort saß sie auf einer Bank im Schatten eines der großen Bäume und hatte die Kopfhörer ihres Smartphones im Ohr. Schon aus der Ferne, besonders aber, als er an ihr vorbei ging, taxierte er sie. Da saß eine Frau im mittleren Alter, deren Gesicht ihm auf Anhieb gefiel, ein rundliches, etwas trauriges Gesicht. Sie hatte schulterlange Haare und trug ein kurzes blaugemustertes Kleid, das mit einem roten Träger um den Hals gehalten wurde. Sie war, das konnte er erkennen, nicht ganz so schlank, wie die meisten Elfen in der Vicotria Hill Street oder wie Maria-und-Josef, so bezeichnete er seine erste Bekanntschaft inzwischen, aber auch keineswegs richtig pummelig oder zu dick, eine durchaus attraktive Frau. Er blieb ein paar Meter weiter stehen und drehte sich um sie lächelte ihn an und rückte ein wenig, eher symbolisch, als dass es notwendig gewesen wäre, zur Seite, eine deutliche Aufforderung, zu kommen und sich zu setzen, was er auch prompt tat. So saß er dann, kaum, eine halbe Stunde nachdem ihn Sokuntha verlassen hatte neben Sray. Erst jetzt fiel ihm ein, dass er Sokuntha nicht einmal gefragt hatte, was für einer Arbeit sie eigentlich nachging, aber das war inzwischen Schnee von gestern. Nun saß er also neben Sray, sie hatte sich sogleich mit ihrem Namen vorgestellt, und er konnte auch mit ihr ganz gut reden, denn sie sprach ein ganz passables Englisch, besser als Sokuntha. Später erfuhr er auch warum, denn im Laufe des Tages erzählte sie viel aus ihrem Leben, fast zu viel. Aber noch hatte ihre Beziehung erst gerade begonnen und Sray machte, kaum dass sie sich ein wenig abgetastet hatten, zu diesem Zeitpunkt wirklich nur im übertragenen Sinne, erst in der Nacht wurde das Abtasten auch höchst physikalisch, den Vorschlag, in die Stadt zu fahren und dort eine Fähren zu einer der Inseln zu nehmen, die man von der Terrasse des Seaviews so schön in der Ferne liegen sah. Man könne dort einen angenehmen Tag verbringen, die Insel böte schöne Spaziergänge und dort seien Ferienclubs, in denen man Meeresfrüchte essen könne. Das taten sie dann auch. Sie nahmen ein Tuk-tuk, den Fahrer kannte er mittlerweile, er würde ihm treu zu Diensten stehen, solange er hier war, denn die Geschäfte für die Motorradrikschas liefen genauso schlecht wie die der Massagegirls. Die Fahrt im Schnellboot begann mit einer halben Stunde Verspätung und dauerte eine gute Stunde. Die Insel sah zwar ganz romantisch aus, viel Grün und ein tadelloser Sandstrand, aber weil es sehr heiß war, beschränkten sie sich, an diesem Strand entlang zu wandern, ständig darauf bedacht den Schatten der zahlreichen Palmen nicht zu verlassen. Sie verzichteten darauf in dem Restaurant zu essen, wegen der unverschämten Preise die auf der Karte standen und weil beide keinen sonderlichen Hunger hatten. Er trank nur ein Bier. Sray bestellte sich einen Saft, sie rührte, ganz im Gegensatz zu Sokuntha, keinen Alkohol an. Aber auch ohne die zungenlösende Wirkung des Alkohols redete Sray unermüdlich und er erfuhr so manches aus ihrem Leben und lernte ihre Probleme bis ins Detail kennen.

So gestand sie ihm zum Beispiel, dass sie in den kleinen Park durchaus mit der Absicht gegangen war, einen Mann zu treffen. Sie sei keine Hure, das solle er nicht glauben, sie würde sich nur mit Männern einlassen, die ihr sympathisch seien, aber sie brauche nun mal Geld, dringend Geld, habe keine Arbeit und auch keine andere Möglichkeit, an welches zu kommen und so bleibe ihr nur diese Möglichkeit. Ob das schlimm sei? Er verneinte, jeder müsse zusehen, wie er über die Runden komme. Er tröstete sie und dafür küsste sie ihn. Sray, um es schon hier zu sagen, küsste gerne und leidenschaftlich und richtig, Mund zu Mund, Zunge auf Zunge. Im Gegensatz zu Maria, die jedes Ansinnen eines Kusses strikt abgelehnt hatte und auch im Gegensatz zu Sokuntha, die allenfalls ihren geschlossenen Mund auf seinen legte und bei seinen Versuchen, mit seiner Zunge einzudringen, zu kichern begann und damit die Küsserei beendete. Sray küsste gern und das tat sie auch in aller Ausführlichkeit, als sie nachts im Bett waren und sich liebten. Tagsüber, bei dem Spaziergang auf der Insel, nutzte sie ihren hübschen Mund, um ihm ausführlich ihr Leben und ihre Sorgen zu schildern.

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