Vielleicht war es falsch

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Vielleicht war es falsch

Vielleicht war es falsch

Chloé d'Aubigné

Und lag ganz ruhig da.
Als er später aufstand, zog er sich an, reinigte noch kurz den Boden und beseitigte damit das letzte Indiz dafür, was zwischen uns geschehen war. Ich wusste, dass er nicht bleiben würde. Und wollte es auch gar nicht.
An der Tür küsste er mich noch einmal.
«Pass auf dich auf», sagte er.
Ich hätte ihm gerne gesagt, dass ich das nun endlich vorhatte. Aber ich sagte einfach nur «Danke». Und es war ehrlich gemeint.
Als ich am nächsten Morgen aufwachte, war die Wohnung still. Ich lag allein im Bett. Es war kein Mann neben mir, der mich hätte festhalten oder mir erklären können, was in der Nacht geschehen war. Niemand, der mir die Verantwortung abnahm. Die Entscheidung lag vollständig bei mir, und mit ihr kam die Scham.
Ich stand auf und ging ins Bad. Im Spiegel sah ich nicht befreit aus. Auch nicht verwandelt. Ich sah müde aus, mein Haar war zerzaust, und mein Make-up verlaufen.
Dann griff ich zu meinem Telefon.
Mehrere Nachrichten von meinem Freund warteten auf mich. Keine besorgten. Er wollte wissen, wo ich gewesen war und warum ich mich nicht gemeldet hatte. Eine Nachricht war nur ein einzelnes Fragezeichen. Die nächste lautete:
«Du wirst doch nicht wieder irgendwelche Spielchen mit mir treiben. Ich hätte dich für reifer gehalten.»
Ich las sie dreimal.
Früher hätte ich sofort geantwortet. Ich hätte mich erklärt, mich entschuldigt, so getan, als wäre nichts geschehen. Ich hätte nach den richtigen Worten gesucht, um seine Wut zu verhindern.
Diesmal legte ich das Telefon beiseite.
Ich machte Kaffee. Ich duschte. Ich zog mich an.
Gegen Mittag rief er an.
Ich ließ es läuten, bis der Anruf abbrach. Wenige Sekunden später klingelte es erneut.
Beim dritten Mal nahm ich ab.
«Wo bist du?»
Nicht: Guten Morgen. Nicht: Ich habe mir Sorgen gemacht.
«Zu Hause.» «Warum bist du gestern nicht erreichbar gewesen?»

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