Ich sah aus dem Fenster. Auf der anderen Straßenseite ging eine Frau mit ihrem Hund vorbei. Sie trug eine rote Jacke und hielt eine Einkaufstasche in der Hand. Ich fragte mich, wie viele Menschen an diesem Morgen Entscheidungen trafen, die niemand außer ihnen selbst bemerkte.
«Ich war mit Freunden unterwegs, habe ich dir doch gesagt.» «Und da kannst du mir nicht antworten? Verstehen sie nicht, dass du in einer Beziehung bist? Oder bist du es, die das nicht begreifen will?»
Da war sie wieder, diese alte Bewegung in mir: der Wunsch, mich zu rechtfertigen.
Ich setzte mich an den Küchentisch.
«Wir müssen reden», sagte ich.
Er schwieg. Dann fragte er, ob ich fremdgegangen sei.
So direkt hatte er es noch nie ausgesprochen. Vielleicht wusste er es. Vielleicht hörte er nur, dass ich anders klang. Vielleicht war es eine Anschuldigung, die er aussprechen musste, damit ich mich unsicherer fühlte.
Ich hätte lügen können.
Stattdessen sagte ich: «Darum geht es nicht.»
Danach wurde es laut. Er fragte, was das solle. Und dann, wer es gewesen sei, wo ich ihn getroffen hätte und ob ich ihn schon länger kenne. Er nannte mich undankbar, egoistisch und krank. Er sagte, ich hätte alles zerstört, was zwischen uns gewesen sei. Er erinnerte mich an die Reisen, die Geschenke, die Abende in den schönen Restaurants. An alles, was er für mich getan hatte.
Dann fragte er, ob dies ein dummes Spiel wäre. Ob ich so mehr von seiner Zeit bekommen wolle, indem ich ihn im Ungewissen ließe. Ob ich dachte, so begehrenswerter zu sein. Dass er wisse, dass ich nicht fremdgegangen wäre, denn ich hätte so schnell sicher niemanden gefunden, der mit mir ins Bett wolle. Dass ich mir nicht einbilden müsse, dass ich so begehrenswert sei, dass ich einfach jemand anderen finden würde.
Ich hörte ihm zu. Und ich fühlte dabei nichts.
Vielleicht war es falsch
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Vielleicht war es falsch
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