Vielleicht war es falsch

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Vielleicht war es falsch

Vielleicht war es falsch

Chloé d'Aubigné

Wenn ich mich nach einem Streit bei ihm entschuldigte, obwohl ich nicht genau wusste, wofür, hielt ich das für ein Zeichen meiner Liebe.
Es hatte alles so wunderbar begonnen, dass ich mir nicht vorstellen konnte, dass das, was folgte, nicht ebenfalls wunderbar war. Ich verstand wohl manches falsch und müsste noch vieles lernen. Denn so erfahren in Beziehungen war ich eben noch nicht. Reife kann man trotz jungen Jahren besitzen, Erfahrung nicht. So mein damaliges Credo. Doch ich war bereit, von seiner Erfahrung zu profitieren und von dieser zu lernen.
Lernen konnte ich von ihm auch das schöne Leben, das sich so stark von dem Studentenleben unterschied, welches ich bis kurz zuvor geführt hatte. Er nahm mich mit in Restaurants, in denen ich die Speisekarte kaum verstand. Er buchte ein Wochenende in einem Wellnesshotel und sah mir dabei zu, wie ich mich über das große Zimmer, die weißen Bademäntel und die Aussicht freute.
Ich war nicht wegen seines Geldes mit ihm zusammen. Das sagte ich mir damals oft. Vielleicht stimmte es sogar. Aber es fühlte sich gut an, verwöhnt zu werden. Es fühlte sich gut an, wenn jemand den Eindruck erweckte, ich sei etwas Besonderes. Und es fühlte sich auch so gut an, ab und zu einfach Geschenke zu bekommen.
Wir beide waren einfach ein echtes Dreamteam. Wie füreinander gemacht. Wir würden uns immer beistehen, das hatten wir uns versprochen. Notfalls wir beide gegen den Rest der Welt – denn wenn man etwas Besonderes findet, dann verteidigt man es auch.
Wann sich die Dinge änderten, weiß ich nicht. Denn ich hielt es für eine normale Entwicklung einer Beziehung. Oder ich bemerkte sie, aber ich gab ihnen andere Namen. Seine Eifersucht nannte ich Interesse. Seine Fragen nannte ich Aufmerksamkeit.

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