Wenn er wissen wollte, mit wem ich gewesen war, worüber wir gesprochen hatten und warum ich nicht sofort auf seine Nachricht geantwortet hatte, fühlte ich mich zunächst beinahe geschmeichelt. Er wollte an meinem Leben teilhaben. Er wollte alles über mich wissen. Und er wollte mich nicht verlieren. Das, sagte ich mir, war doch etwas Schönes.
Irgendwann fiel mir seine Art auf, mich anzusehen, wenn ich ihm von einer Freundin erzählte, von einem Kollegen oder von jemandem, den ich nur flüchtig kannte. Er sagte nie direkt, dass ihm diese Menschen nicht gefielen. Er hob nur leicht die Augenbrauen, schwieg einen Moment zu lange oder stellte eine Frage, die harmlos klang und mich zutiefst irritierte.
«Findest du wirklich, dass sie dir guttut?»
Oder:
«Ich habe manchmal das Gefühl, dass sie dich nicht ernst nehmen.»
Besser noch:
«Es ist schade, dass sie nicht erkennen, wie besonders du bist.»
Ich widersprach ihm anfangs. Dann begann ich, über seine Fragen nachzudenken. Denn vielleicht hatte er Recht. Später begann ich, die Antworten zu vermeiden. Denn ich wollte weder über die Fragen noch die Intention dahinter nachdenken müssen.
Meine Freundinnen sah ich seltener. Zuerst, weil er an den Abenden etwas mit mir unternehmen wollte. Dann, weil ich keine Lust mehr auf seine Bemerkungen hatte. Und noch weniger auf ihre. Sie fanden, dass ich mich verändert hatte. Eine von ihnen sagte sogar, sie erkenne mich kaum wieder. Ich lachte damals darüber und warf ihr vor, neidisch zu sein. Denn ich hatte nun das schöne Leben, bekam Designerhandtaschen geschenkt und trug Schuhe, die ich mir selbst nie hätte leisten können.
Aber hatte ich wirklich ein Leben, auf welches man eifersüchtig sein konnte?
Eifersüchtig auf die Wochenenden in schönen Hotels? Auf die Blumen, die er mir ins Büro schicken ließ?
Vielleicht war es falsch
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Vielleicht war es falsch
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