Ich bemerkte ihn zunächst nur, weil er irgendwie unbeteiligt wirkte. Und ich nicht wusste, ob er überhaupt zur Gruppe gehörte oder sich nur verirrt hatte. Er trug kein besonders elegantes Hemd, keine Uhr, die man sofort erkannt hätte, und nichts an ihm erinnerte an die Männer, mit denen mein Freund sich gerne umgab. Er war kräftiger gebaut als ich es gewohnt war, mit kurzen Haaren, die keines Stylings bedurften.
Irgendwann saß er neben mir. Ich weiß nicht mehr, wer den Platz frei gemacht hatte. Vielleicht war jemand gegangen, vielleicht hatte ich selbst meine Tasche von dem Stuhl genommen. Er fragte mich, ob er sich setzen dürfe, und wartete tatsächlich auf meine Antwort.
Wir sprachen zunächst über nichts Besonderes. Über die Bar, über die Musik, über einen Mann aus der Gruppe, der seit einer halben Stunde dieselbe Geschichte erzählte. Dann fragte er mich, was ich beruflich machte. Ich erzählte es ihm, und er hörte zu. Nicht auf diese höfliche Art, bei der jemand nur auf die nächste Gelegenheit wartet, selbst wieder zu sprechen. Er blieb bei dem, was ich sagte.
Er fragte nach.
Das war alles. Und es war ungeheuer viel für mich.
Ich merkte, wie ich länger antwortete, als ich eigentlich wollte. Ich erzählte ihm von Dingen, die mich beschäftigten, von Plänen, die ich bisher kaum jemandem anvertraut hatte. Er unterbrach mich nicht und machte sich auch nicht über meine Unsicherheit lustig. Wenn ich einen Satz zurücknehmen wollte, ließ er ihn einfach stehen.
Er berichtete mir von seinem Leben. Dass er Soldat sei. Die Einladende von früher kenne, aber sie schon lange nicht mehr gesehen habe. Eigentlich nur ein Wochenende hier sei.
Es wurde später und unser Gespräch wurde tiefer. Irgendwann fragte er, ob ich glücklich sei.
Ich lachte, weil die Frage zu groß war.
Vielleicht war es falsch
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