Vierte Geschichte … die, mit den Schlüpfern

Svenjas Tagebücher

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Vierte Geschichte … die, mit den Schlüpfern

Vierte Geschichte … die, mit den Schlüpfern

Svenja Ansbach


Freddy, eigentlich hieß er Fred, war ein guter Kumpel, den ich seit meinen Tagen als Schwesternschülerin kannte. Wir hatten nie etwas miteinander gehabt, waren aber ganz dicke! Er kannte Gott und die Welt und hatte für alles eine Lösung. Ich rief ihn damals an und erzählte ihm von der Misere. Er lachte schallend am Telefon, fand die Geschichte gar zu köstlich.
„Da brauchst Du gar nicht zu lachen, das ist nicht witzig. Die Dinger kosten Geld. Der Arsch soll ins Taschentuch spritzen und nicht in meine Schlüpfer. Also, kannst du mir helfen?“
Fred überlegte kurz. Dann machte er mir Hoffnung: “Hmmm, ich kenne jemand im Einzelhandel. Die probieren gerade neue Warensicherungssysteme aus. Ich spreche den mal an.“ Ich verstand nur Bahnhof, aber vertraute auf seine Findigkeit.

„Freitag, 18. März 1999
Gestern war Freddy hier, hat mir ein Gerät gebracht
mit dem ich den Dieb aufspüren kann. Aber was kommt danach???“

Und tatsächlich, schon am nächsten Abend rief er zurück: „Hallo Svenni“, so nannte er mich meistens,“ ich habe da was für dich. Bist du da? Gut! Ich komme vorbei.“ Ohne meine Antwort abzuwarten, hatte er aufgelegt. Er war tatsächlich schnell und ich sehr gespannt. Kaum in der Wohnung, Küsschen links, Küsschen rechts, hatte er ein kleines Gerät aus der Jackentasche gezogen und kramte in der Jeans nach noch etwas. Endlich hatte er es aus den Tiefen seiner Hosentasche geangelt. Ein kleines Teilchen, nicht größer als ein Fingernagel.
Ich schaute ihn fragend an: „Was ist das?“ Er grinste: “Der neueste Schrei in der Warenwirtschaft: Diebstahlsicherung!“ - “ Verstehe ich net, was soll denn hier den Dieb am Klauen hindern?“ - “Na, in eurem Waschkeller nichts, denn normalerweise ist das winzige Teil in einem Produkt verborgen und das große Teil hier in meiner Hand hängt im Eingangsbereich des Geschäfts. Wenn nun einer klaut und das kleine Teil noch im Diebesgut ist, schlägt das große Teil an der Tür Alarm.“ - „Verstehe ich immer noch nicht!“ - “ Pass auf, du nähst das kleine Teil einfach unauffällig in deinen schönsten Schlüpfer, - darf ich den mal sehen? Ach, war nur Spaß, vergiss es - und den hängst du als Köder auf. In der Folgezeit wartest du, bis er geklaut wird. Und dann gehst du in eurem Haus mit dem großen Gerät zu jeder Wohnung, bleibst vor jeder Tür stehen und schaust ob das Gerät anschlägt. Bei euren kleinen Apartments hier dürfte die Reichweite des Gerätes genügen, du wirst den Dieb finden!“ –
“Und was mach ich, wenn ich ihn gefunden habe?“ –
“Dein Problem!“ grinste Fred. “Ich muss zum Sport, mach‘s gut.“ Küsschen rechts, Küsschen links, und weg war er.
Ich stand im Flur meiner Wohnung. Tolle Wurst! Was war, wenn ich den Dieb hatte? Deswegen die Polizei rufen? Darüber muss ich nachdenken…

„Sonntag, 20. März 1999 morgens
Habe mir in der Nachtschicht den Kopf zermartert,
und vielleicht eine Lösung! Mehr später!!“

Ich musste grinsen, als ich diesen Eintrag las. Mir war tatsächlich etwas eingefallen. Ich wollte damals heimlich die Wohnung betreten, um mal zu schauen was das für einer ist und hoffte wiederum auf Freddys Hilfe. Freddy winkte damals sofort ab. Große Güte, damit wollte er Nix zu tun haben. Aber ich konnte ihn - wie so oft - überreden.

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