Vollreife Kirschen

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Vollreife Kirschen

Vollreife Kirschen

Andreas

Natürlich brachte ihr Marco öfter eine Papiertüte voller Kirschen mit, aber selbst hätte sie sich nie getraut, auch nur eine vom Baum zu pflücken. Der Landwirt war Leo ebenso unheimlich, wie Marco ihr leid tat. Der schmächtige Junge musste schon früh auf dem Hof helfen, oft bis spät in die Nacht.
Ihre Mutter erzählte Leonie, dass der alte Oberleitner letztes Jahr gestorben sei. Marco übernahm den Hof, da seine älteren Geschwister kein Interesse daran hatten. Leonie fragte, ob er verheiratet sei. Als ihre Mutter verneinte, huschte ein Lächeln über ihr Gesicht. Leonie sah aus dem Fenster. Sie konnte direkt auf die reich behangenen Kirschbäume blicken. Die köstlichen Früchte schienen sie zu locken. Leonie meinte, sie riechen zu können. Kurzentschlossen lief sie nach draußen in den Garten. Sie stand vor dem Gartenzaun, der das Grundstück von der Obstwiese abtrennte. Der Zaun war sehr hoch, aber die Bretter standen weit auseinander, so dass man hindurch schlüpfen konnte. Leonie war schlank genug, um das hinzubekommen. Sie trug eine kurze Jeanshose, musste also aufpassen, dass sie sich keinen Holzsplitter einfing. Vorsichtig stieg sie über die Zaunlatte, zog dabei den Kopf ein, um ihn sich nicht zu stoßen. Leonie schaffte es, nach einigen Verrenkungen, sicher auf die andere Seite.

Die Sonne war gleißend an diesem Frühsommertag. Leonie knöpfte ihr ärmelloses Hemd weiter auf. Ihre blonden Haare hatte sie, wie schon als junges Mädchen, zu einem Pferdeschwanz zusammengebunden. Sie ging etwas weiter vom Zaun weg, bis sie inmitten der Kirschbäume stand. Leonie pflückte sich einen Zwilling ab. Früher hatte sie sich die doppelten Früchte über die Ohren gehängt und stolz als Ohrringe getragen. Marco gefiel das ganz besonders gut, erinnerte sie sich.
Die Kirschen waren schwarzrot und schmeckten wie sie aussahen – einfach köstlich. Leonie steckte sich gerade eine weitere in den Mund, als sie einen stechenden Schmerz spürte. Sie fasste sofort nach hinten, dort wo es am meisten weh tat. Die knappe Shorts ließ den Ansatz ihrer Pobacken frei und in der linken steckte ein Fremdkörper, wie sie mit ihren Fingern ertastete. Leonie fluchte laut:

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