„Ich glaube, wir sollten mal miteinander reden. … Beziehungsweise, ich möchte mich bei dir entschuldigen“, beginnt Sofía, „es tut mir echt leid, dass ich am Montag einfach so ohne Anklopfen in dein Zimmer gekommen bin. Tut mir wirklich leid.“ „Schon gut, kein Problem“, flüstere ich, dabei möchte ich mich am liebsten wofür auch immer bei ihr entschuldigen. Aber zumindest kann ich ihr wieder in die Augen sehen. Sofía kommt auf mich zu, und setzt sich direkt schräg vor mich auf den Schreibtisch. Ihr leichtes, fruchtiges Parfum steigt mir in die Nase.
„Es ist dir peinlich, was passiert ist, oder?“, fragt sie leise. Ich nicke nur. „Das verstehe ich ja, aber das braucht es nicht. … Hey, es ist mir peinlich, und du brauchst dich nicht zu schämen, nur weil du dir etwas Gutes getan hast“, fährt sie fort. Ihre letzte Bemerkung bringt mich zum Lächeln, denn so hat es wohl noch nie jemand umschrieben. „Weißt du, fast jeder macht es doch ab und zu mal. … Es erzählt keiner davon, aber fast alle machen es doch. … Ich find’s auch ganz normal“, kommt es hinterher. „Meinst du wirklich?“, frage ich unsicher. „Na klar, zumindest alle, die ich kenne“, lacht sie auf, zögert dann aber kurz. „wenn ich keinen Freund habe, streichle ich mein Kätzchen auch manchmal, bis es so schön kribbelt.“
Himmel, was erzählt sie? Scheiß Kopfkino, denn vor meinem geistigen Auge sehe ich sie nackt auf dem Bett liegen, während ihre Hand die süße Muschi verwöhnt. „Siehst du, es ist nichts, wofür du dich schämen musst“, reißt mich Sofía aus meinen Gedanken, und tatsächlich gewinne ich ein wenig Selbstsicherheit zurück. „Alles wieder in Ordnung?“, fragt sie. „Ja“, gebe ich dieses Mal bestimmt, aber immer noch etwas unsicher lächelnd zurück.
Vom Au-Pair erwischt
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