Da Manu keine Strumpfhose trug und es langsam kälter wurde, traten die beiden Frauen den Heimweg an. Nachdem sie in Manus Zimmer zusammen Kaffee getrunken hatten, musste Emilie an die Heimfahrt denken. Manu drückte ihre Mama an sich, als die beiden sich verabschiedeten. Der Povoll hatte sie näher zusammen gebracht, worüber Manu sich wunderte. Sie winkte ihrer strengen Mama nach, als diese vom Parkplatz des Internats fuhr. Emilie lächelte als ihr das Mädchen den Rücken zukehrte, um sich dann zum Abschied mit der Hand auf den Popo zu klopfen. Emilie traten die Tränen in die Augen. Sie hatte die Hoffnung beinahe aufgegeben, ihrer großen Tochter jemals wieder so nahe wie damals zu kommen, als Manu ein kleines Mädchen war. Nun spürte sie diese besondere Verbundenheit, die das Verhältnis zwischen Mutter und Tochter stets auszeichnen sollte.
Emilie fühlte auch eine Erleichterung darüber, ihrem Ärger endlich Luft gemacht zu haben. Manu lief in Gedanken versunken zum Haupthaus zurück. Auf dem Weg dorthin begegnete sie Margot, die dem leicht staksigen Gang des Mädchens kaum Bedeutung beimaß. Margot beschäftigten andere Dinge.
Die junge Lehrerin dachte an die baldigen Winterferien, die ein Wiedersehen mit einem alten Bekannten möglich machen sollten. Margot dachte an Hubert, mit dem sie in Schulmädchenzeiten liiert war. Leider trennten sich ihre Wege, ehe es zu einer Liebesnacht kam. Huberts Eltern bestanden darauf, dass der Junge das Abitur auf einem Elite-Internat am Bodensee ablegen sollte. Margot weinte bittere Tränen, als Hubert davon berichtete. Seine Stimme klang traurig, als wäre etwas in ihm kaputt gegangen. Nun schrieben sie sich wieder, nachdem Hubert die Initiative ergriffen hatte. Maggie fieberte den Ferien entgegen, wenn sie sich mit Hubert in Österreich treffen wollte. Skifahren hieß ihre gemeinsame Passion, die beide junge Menschen auf leidenschaftliche Weise betrieben.
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