Vorgespräche

Verloren in einer Welt aus Liebe und Sex - Teil 21

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Jo Diarist

Vorerst blockte Gina jeden Versuch Tom betreffend. Erst am Dienstagabend gelang es mir, sie in günstiger Stimmung zu erwischen. Wir hatten gerade ein neues Bett bestellt und uns die Räume genauer angesehen, damit wir die Renovierung und alles andere planen konnten. Abschließend saßen wir in Leas Zimmer, gingen die Liste der zu besorgenden Dinge durch und kamen noch einmal auf die Nacht mit Lea zu sprechen.
„Weißt du, wie wütend ich anfänglich auf Lea war“, begann Gina. „Eigentlich auch noch ein bisschen, als wir vom Italiener zurück waren. Erst als sie mich so geliebt hat – anders kann ich es nicht ausdrücken – hat sich das geändert. Ich dachte nie, dass ich lesbisch bin, doch der Sex mit ihr war genauso geil wie Sex mit dir. Und du hast recht; Küssen schafft eine besondere Verbindung. Ich meine nicht das Küssen auf meine Titten oder den Bauch, sondern wenn sich Lippen und Zunge berühren, das ist es etwas besonderes.“
„Ich weiß, deswegen habe ich ja auch wert darauf gelegt, die Kussregel mit einzubringen.“
„War es das, was dich so sehr mit Ariane verbunden hat? Hat dieser erste Kuss nach dem Auslecken, die Liebe zwischen euch entfacht?“
Wie immer wenn sie auf Ariane und die Liebe zu sprechen kam, plagte mich das schlechte Gewissen, weil ich wirklich in sie verliebt gewesen war. Es befiel mich dann immer eine große Unsicherheit. Was konnte ich wie sagen, ohne Gina zu verletzen? Wie genau wollte sie es wirklich wissen?
„Nein, dieser Kuss hatte nur verstärkende Wirkung. Bei Ariane war es nach eigenen Aussagen, Liebe auf den ersten Blick. Schon beim ersten Treffen in der Kneipe hat sie so gefühlt. Bei mir ... ach ich weiß nicht“, brauch ich nervös ab.
Gina war still geworden und sah mich nachdenklich an. Erst einige Zeit später sagte sie:
„Sprich ruhig weiter. Es ist mir nicht entgangen, wie heftig du dich in sie verliebt hattest. Ich habe zwar gespürt, dass du an mir festhalten wolltest, hätte sie es jedoch darauf angelegt ... vielleicht wären wir dann jetzt nicht mehr zusammen. Also sag, wie war das bei dir?“
„Ja, da hat dieser Kuss etwas ins Rollen gebracht“, sagte ich unter einem schweren Atemzug. „Ich bin mir fast sicher, dass sie bewusst auf diesen Kuss hingearbeitet hat, denn Ariane ist nicht so bedingungslos ehrlich wie du. Genau diese Erkenntnis, hat unsere Beziehung aber gerettet und ich möchte sie um nichts auf der Welt aufs Spiel setzen.“
„Könnte Lea uns gefährlich werden?“, fragte Gina und musterte mich dabei genau.
„Nein, und zwar aus mehreren Gründen. Lea ist eine geile junge Frau. Der Sex mit ihr und dir ist genial, aber zwischen uns besteht nur ein sexuelles Band. Es ist die Lust den Körper des anderen auf Zeit, zu fühlen und zu benutzen, ohne über das morgen nachzudenken. Lea ist jung, ein Leben mit ihr steht für mich nicht zur Debatte und ich denke, dass es von ihrer Seite her, auch so ist. Wir beide wissen, dass es unendlich schwierig wäre, eine Lebensbeziehung zwischen uns aufzubauen. Jeder von uns müsste sich total umstellen, und das will keiner. Außerdem liebt sie ihren Tom, denke ich und sucht im Moment nur nach dem besonderen Kick, den wir ihr dummerweise zu offen vorgelebt haben. Das ist es jedenfalls mein derzeitiger Eindruck, wie sich das weiterentwickelt, kann ich nicht sagen.“
Gina nickte und sagte erleichtert:
„Danke für deine Ehrlichkeit. Du weißt, wie viel Wert ich darauf lege. Ich will dich auf keinen Fall verlieren, würde dir aber auch niemals im Wege stehen, wenn es dich woandershin zieht. Lea bereichert unser Sexleben ungemein. Also, das heißt, auf jeden Fall meins, denn ich liebe sie jetzt nicht nur wie eine Tochter, sie ist auch wie eine Geliebte für mich. Andauernd muss ich an die Küsse mit ihr denken, an die Zärtlichkeiten und es hat schon etwas beängstigendes, wenn ich mir bewusst mache, dass sie meine Tochter ist. Bin ich pervers?“
„Du könntest genauso gut fragen, ob es pervers ist, dass ich sie ficke. Sicher ist es noch etwas anderes, weil ihr Mutter und Tochter seid, doch Lea ist neunzehn, weiß was sie tut und es ist ihr freier Wille. Es sollte aber nie aus diesen Räumen dringen, denn die wenigsten werden Verständnis dafür aufbringen.“
„Das ist selbstverständlich! Übrigens, versteh das bitte nicht falsch, ich liebe dich nach wie vor. Sehne mich genauso sehr nach dem Sex mit dir, es ist nur etwas Neues hinzugekommen. Ich brauche jetzt eigentlich auch keinen weiteren Schwanz mehr. Das mit uns Dreien, füllt mich vollkommen aus.“
Ich schüttelte den Kopf und sagte gegen meinen inneren Wunsch:
„Das können wir aber nicht tun. Was glaubst du, wie lange das gut gehen würde? Irgendwann kommt es ans Licht und dann ist Leas Beziehung mit Sicherheit am Ende. Sie muss es ihm beichten und ich denke, dass ihre Liebe nur dann eine Chance hat, wenn er auch mit einbezogen wird. Bleibt er außen vor, gibt es Konflikte. Es ist nicht unbedingt mein Traum, zu sehen, wie ein anderer Mann dich fickt, ich kann jedoch nicht erwarten, für mich etwas in Anspruch zu nehmen, während ich es anderen Beteiligten verweigere.“
„Ja, ich weiß. In was haben wir uns da nur hineinverstrickt? Ich liebe dich unheimlich und würde dich, tief im Inneren, gerne nur für mich allein haben. Sex ist aber irgendwie auch die Basis unserer Beziehung. Es ist meine – nein ich bin mir sicher, es ist mittlerweile auch deine – Sucht. Wir wollen beide, dass der andere auf nichts verzichten muss, was wiederum andere mit ins Spiel bringt. Eins führt zum nächsten und schon ist man so tief darin verstrickt, dass es kein zurück mehr gibt. So ist das auch mit dem kommenden Freitag. Ich habe zum ersten Mal Angst davor, diesen Schritt zu tun, weiß, dass ich ihn gehen muss und tief im inneren bin ich auch schon ein bisschen kribbelig. So viele widerstreitende Gefühle machen mich unsicher, was mir früher nie passiert ist.“
Das war die Chance einzuhaken.
„Gina, liege ich falsch, wenn ich denke, dass du Lea und irgendwie vielleicht auch Tom damit strafen willst, wenn du ihm unterbreitest, dass er dich ficken kann?“
Gina lächelte, suchte den Blickkontakt und antwortete:
„Du kennst mich eben schon zu gut; ja es war gedacht einen Tiefschlag zu führen, um es dem kleinen Miststück heimzuzahlen, jetzt will ich es aber vorsichtig angehen.“
„Können wir das nicht Lea überlassen? Meiner Ansicht nach, wäre das besser. Sie muss ihm sowieso das letzte Wochenende beichten und könnte ihn mit der Aussicht auf den Fick mit dir, vielleicht milde stimmen.“
„Oohhu, im ersten Impuls fühlte es sich richtig an, mit im ins Bett zu steigen, wenn du es jetzt aber so ansprichst, werde ich ganz unsicher. Und ja, ruf sie an und sag, dass ich es ihr überlasse.“
Sie schmiegte sich kurz an meine Schulter, streichelte mir über die Brust und stand dann hastig auf um das Telefon zu holen. Kaum hatte ich es in der Hand, war sie wieder zur Tür hinaus, was mir ihre Unsicherheit verdeutlichte.
Auch wenn Lea schon fast ein bisschen Panik vor dem Gespräch hatte, war sie über die Nachricht froh. Sie meinte, wenn sie bis 22:00 Uhr nicht bei uns sei, wäre alles gut gegangen. Wir blieben bis 24:00 Uhr auf, und als sie bis dahin noch nicht da war, fiel uns ein Stein vom Herzen.

Der Freitag kam und Gina war genauso nervös wie ich. Wir hatten ausgiebig gebadet und Gina war in ihre sexy Dessous geschlüpft. Das kleine Schwarze vervollständigte ihr verführerisches Aussehen und sie kündigte mir an, dass Lea so ähnlich gekleidet wäre.
Wie abgesprochen gingen wir zum Italiener, um uns dort mit den beiden zu treffen. Klopfenden Herzens betraten wir das Lokal, waren aber die ersten. Am reservierten Tisch setzten wir uns so, dass der Stuhl neben uns frei war. Wir waren beide gespannt, wie sich die zwei entscheiden würden.
Nur wenige Minuten später betraten sie die Gaststätte und steuerten auf uns zu. Lea ließ Tom keine Wahl und setzte sich nach der Begrüßung neben mich. Tom war sichtbar nervös und seine Gesichtsfarbe wechselte ständig zwischen fahler Blässe und zartem Rosa, vorerst wurde das Thema, was uns zusammengeführt hatte, aber nicht angeschnitten.
Erst als der letzte Teller abgeräumt und eine Flasche Wein auf dem Tisch stand, näherten wir uns behutsam dem Grund des Treffens.
Gina legte ihre Hand auf die von Tom und sah ihn an.
„Deine Befangenheit ist spürbar, Tom. Du weißt aber, dass es bei uns keine Tabuthemen gibt. Jeder kann und soll zu jeder Zeit sagen, was er denkt und fühlt, auch wenn es für die anderen vielleicht unbequem ist. Also, wenn es etwas gibt, worüber du nicht sprechen, oder was du nicht machen willst, dann sag es frei heraus. Keiner wird dir das verübeln, auch wenn du vielleicht deinen Ärger über etwas loswerden willst, dann tu das.“
Wow, ich war begeistert. Gina hatte sich entschlossen einfühlsam vorzugehen und genau das Richtige getan. Toms erster Impuls war, ihr die Hand zu entziehen, doch jetzt suchte er sogar den Blickkontakt und begann mit kratziger Stimme:
„Ja, ich bin aufgeregt. Und wie! Ich hab das Gefühl ihr müsst hören, wie mein Herz hämmert. Schon als Lea mich zum ersten Mal mit zu euch genommen hat, war ich überrascht, wie offen ihr mit dem Thema Sex umgeht. Es hat mich zum Teil irritiert, aber irgendwie auch … erregt. Das Lea am vergangenen Wochenende … Was sie da getan hat, hat mich erst schockiert und zornig gemacht. Mein erster Impuls war, sie rauszuwerfen, aber dann hat sie mich an etwas erinnert. Sie hat mir verdeutlicht, wie oft wir schon über diese Fantasien gesprochen haben, in Erinnerung gerufen, wie oft wir uns vorgestellt haben, dass sie mit ihm … und ich mit dir …“
Er brachte es einfach nicht fertig, die Dinge beim Wort zu nennen. Lea öffnete schon den Mund, um hilfreich einzugreifen, doch Gina war schneller.
„Sprich es ruhig aus, du wirst – wenn du wirklich mit eintauchen willst in unsere Welt – noch merken, dass wir die Dinge immer beim Namen nennen. Sag ruhig, dass dich der Gedanke an einen Fick mit mir erregt hat und ich sage dir, dass du es haben kannst.“
Hastig blickte sich Tom um, weil er befürchtete, dass andere das Gespräch hören könnten, doch dieser Tisch war gut abgeschirmt und nächsten zwei auch frei.
Mit hochrotem Kopf wandte er sich uns wieder zu, schluckte vernehmlich und griff schnell nach dem Weinglas. Erst nachdem er in einem Zug das halbe Glas gelehrt hatte, begann er stockend:
„Ich … ja … du hast meine Fantasie schon immer angeregt … wenn ich darf … würde ich gerne … ficken.“

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