Gal weckte Emet noch vor Aufgang der Sonne. Wo finden wir Elian? Sie wartet auf mich am Fluss Tiker jenseits des Sumpflandes, beschrieb Emet den Aufenthaltsort ihrer Mutter. Das liegt mehrere Tagesmärsche entfernt von hier. Gal zuckte die Schultern. Worauf warten wir? fragte sie, sprang von der Stadtmauer, fasste im freien Fall eine Luftwurzel und schwang sich in die Krone des nächsten Baumriesen. Sie hatte weder ihren Schmuck ab- noch Waffen angelegt, von sonstiger Ausrüstung ganz zu schweigen, trug nur ihren Dolch am Gürtel ihres Lendenschurzes. Ihre gerüstete Leibgarde aus Affenmenschen und Lapari sprang unaufgeregt hinterher. Schnelle Entscheidungen ihrer Königin schienen sie gewohnt und sich im heimischen Urwald zu bewegen unterschied sich für sie wohl kaum vom Leben in ihrer Stadt.
Nuungh, der Affenmensch, der Emet die meiste auf dem Weg nach Lapar schon durch die Baumkronen getragen hatte, begrüßte sie kurz mit den Emet nun schon vertrauten Lauten und rieb seine Kehle an ihrer. Emet liebte diese nach Zärtlichkeit süchtigen Wesen! Arisia, eine junge blonde Frau, und Merini, eine kaffeebraune Schönheit mit unzähligen langen schwarzen Zöpfen, die einzigen Kriegerinnen in Gals Garde, warteten lachend die herzliche Begrüßung ab. Emet klammerte sich auf Nuunghs Rücken und er sprang mit ihr ins Geäst, Arisia und Merini als letzte hinterher. Eigentlich war Emet es nicht gewohnt, sich im Urwald unselbständig wie ein schwaches Mädchen zu bewegen. Aber die Truppe musste ja vorankommen und so hieß es, sich zu fügen in das Notwendige. Am späten Nachmittag hatten sie ihr Ziel bereits erreicht.
*
Sie müssen sich anmelden, um Kommentare hinzuzufügen.