Waidzeit

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Waidzeit

Jane

Die Herbstmesse hat in diesem Ort ihren Termin Ende August, da sich übers Jahr mehrere Dutzend Dörfer in ein paar Schausteller reinteilen. Das Wetter ist wie jedes Jahr brachial genial, die letzte Ernte wurde gerade eingebracht und die Menschen sind in unbescheidener Sauflaune. Mehrere Fahrgeschäfte dümpeln eher vor sich hin, da sich die meisten Feiernden schon nicht mehr zutrauen, eine Fahrt in der Berg-und-Tal-Bahn mit unbeschadetem Magen zu überstehen. Das könnte aber auch am Betreiber liegen, der so ziemlich alles, was einen Motor hat, auf neudeutsch pimpt und Geschwindigkeiten hervorzaubert, die jenseits von Gut und TÜV liegen.

Wo waren wir? Bei dem Martin mit dem allzeit schussbereiten Kolben und der Trietze mit der Ich-mach-alles-mit-Hauptsache-es-gibt-Alkohol-Laune. Beides Prototypen jedes gelungenen Gemeinschaftsfestes, liquide in allen Belangen. Die nächtlichen Temperaturen laden zum Baden ein und fix ist man mit dem Auto inklusive einiger Extrakurven an den nahen Kiessee getuckert. Also eher gebrummt, Martin hatte ja die letzten Wochen zuvor mit der Eisensäge am Auspuff die Soundqualität seines fahrbaren Untersatzes erheblich gehoben. Mit etwas mehr Geduld hätte man dieses Ergebnis sicher auch bei den kommenden Winterschlaglöchern geschafft...

Martin ist mit sich und der Welt im Reinen. Über sich ein schöner Vollmond, unter sich der Strand und vor sich ein knackiger nackter Po, der quietschend und jauchzend im kalten Wasser verschwindet. Trietze ist der eigentliche Hauptgewinn dieser Festwoche, jeder weiß das und er hat das große Los gezogen. Eher wird ein Mensch von Blitz erschlagen, als das dieses Fräulein sich die Ehre gibt. Und Martin hat die Ehre. Darauf hat er sich ein Tütchen verdient.

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