Ab dem siebten Tag hielt ich mich also ganztägig auf dieser öden Bahnstation - Clinton/Oklahoma – auf. Ich stand an diesem Behelfsbahnsteig an dem fast nie ein Zug hielt und fühlte mich ein bisschen wie in diesen alten Western, in denen diese Szene des Wartens mehrfach thematisiert worden war. Am Neunten wurde meine Geduld belohnt. Schon von weitem hörte man den Zug, der bald mit quietschenden Bremsen und mit ‚Wagen 6‘ vor der Bude der Richtfunkstation zum Halten kam. Hinter einem Fenster sah ich Kris, die irgendwas in Regale einsortierte und mich nicht bemerkte. Ich konzentrierte mich auf ‚Wagen 5‘. Terry schaute, auf das runtergeklappte Fenster gelehnt, heraus und zu mir rüber. Ich deutete einen militärischen Gruß an und strebte mit meinem wenigen Gepäck auf den Kommandowagen zu. Mein Pferd, die ehemalige Stute von ‚Olivia der angepissten‘, hatte ich dem Funker für 10 New-Dollar ‚vertickt‘. Zu diesem recht freundlichen Kurs würde er es gewinnbringend weiterverkaufen können.
Ich betrat den Wagen und Terry begrüßte mich mit Handschlag.
„Willkommen auf dem Zug. Kommst genau richtig. Wir fahren nach Boston und ich könnte mir vorstellen, dass ein Sniper im Team bei unserem neuen Einsatz hilfreich sein könnte. Erste Einsatzbesprechung morgen vierzehnhundert! Aber komm erst einmal an. Vielleicht magst du Kris begrüßen?“ Er grinste ein bisschen anzüglich.
Na prima, meine Nächte mit Kris schienen Zugthema gewesen zu sein. Vielleicht hatte ihre Mitbewohnerin Emma nicht schlafen können, bei unserem Rumgeorgel, und dann ein bisschen getratscht … oder Bruce … ach egal.
Ach ja, Kris! Im Grunde genommen fürchtete ich mich vor unserem Wiedersehen. Wie würde sie reagieren? Terry hatte sich eben zwar nicht so angehört, als ob sie zwischenzeitlich einen Kerl am Start gehabt hätte, aber wer weiß.
War ich einer Illusion hinterhergelaufen?
Nach dem großen Sterben – Die Bruderschaft
War ich einer Illusion hinterhergelaufen?
Band 1 der Geschichte ‚Nach dem großen Sterben‘ hier mal eben zusammenzufassen, dürfte unmöglich sein. Am besten erst einmal lesen;-)
Nur so viel: Wir befinden uns im Jahr 6 neuer Zeitrechnung, nach dem ein Virus große Teile der Weltbevölkerung hingerafft und zu gefährlichen hirntoten Zombies – den ‚Donalds‘ - verwandelt hatte. Langsam lösen sich Teile der USA aus der totalen Anarchie und versuchen auf verschiedene Art und Weise einen Neuanfang. Mittendrin Rick, unser Protagonist – der Erzähler seiner Geschichte. Nach dunkler Vergangenheit eigentlich ein „Guter“, wenn er da nicht diese Schwäche hätte: die für Frauen!
Gerade hat er seine „Familie“, zwei Frauen und ein Neugeborenes, verlassen, um sich der Bruderschaft anzuschließen, die im Regierungsauftrag oder für Privatunternehmen – auch mit Waffengewalt – für Ordnung sorgt. Rick glaubt nämlich an Recht und Ordnung … na, gut … Er kehrt sicher auch aus einem anderen Grund zum Zug, der der Bruderschaft als Headquarter dient, zurück, … wegen Kris. Am Beginn der neuen Handlung wartet Rick auf den Zug, der gerade weit entfernt im Westen operiert …
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