Paul Berger betrachtete die 18-Jährige als ein ziemlich verwöhntes Mädel, das sich zudem noch recht kindisch benahm. Aus diesem Grund schien es ihm angebracht, Maria die Grenze aufzuzeigen. Berger spürte, dass ihr diese Strafe mehr ausmachte, als jede andere. Das coole Mädel sollte endlich merken, dass sie eben doch nicht über allem stand. Trotzdem konnte er sich darauf nicht berufen. Was er getan hatte, war moralisch verwerflich und darüber hinaus sogar strafbar.
Berger bewegte sich auf sehr dünnem Eis. Sollte Verena eine Anzeige machen, wäre er erledigt. Paul war klar, dass es ein Fehler war, seinen Gefühlen zu folgen. Da er sowieso nichts mehr zu verlieren hatte, schien es ihm angebracht, wenigstens mit offenen Karten zu spielen.
Er wusste ja um die Sorgen einer Mutter, die immer nur das Beste für ihre Tochter will. Berger war wichtig, dass Verena sein Motiv verstand, oder wenigstens kannte. Seine Stimme klang heiser.
„Ja, das habe ich. Ich habe Maria übers Knie gelegt und ihr während des Unterrichts den Po versohlt. Ich habe ihr dann auch das Hinterteil entblößt, weil sie überhaupt keine Einsicht zeigte. Das hätte ich natürlich nicht tun dürfen! Sie können mich bei der Schulleitung melden, das ist ihr gutes Recht. Dann werde ich auf der Stelle entlassen. Darüber hinaus steht es ihnen frei, mich bei der Polizei anzuzeigen. Alles spricht gegen mich, das ist mir klar. Ich versichere ihnen aber, dass ich keinerlei unredliche Absichten verfolgte, als ich Maria übers Knie gelegt habe. Darauf gebe ich ihnen mein Wort! Wenn sie erlauben, eine Frage hätte ich noch an sie? Welchen Grund für meine…nennen wir sie… unorthodoxe Erziehungsmaßnahme nannte Maria ihnen gegenüber?“
Verena hatte mit so viel Ehrlichkeit nicht gerechnet. Der Mann wirkte sympathisch, was ihr gar nicht recht war. Sie hatte ihn sich ganz anders vorgestellt.
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