Warum

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Warum

Warum

Grauhaariger

"Wieder daheim", „Warum“ und „Abschied“ sind die unwiderruflich letzten Teile meiner Geschichte um ‚Dounja‘. Sie schließen an die Folge „Erster Urlaub Teil 12 von 12“ aus dem Zyklus Dounja an. Spannung und Dramatik war Forderung und Anspruch zugleich von einer meiner Leserinnen! Danke Andrea für die Inspirationen!

Auf mein Läuten öffnete ohne weitere Rückfrage die Haustüre. Aufzug, fünfter Stock. Anna wartete an der Wohnungstüre. „Sie ist im Schlafzimmer! Komm!“

Anna ging voraus. „Sie isst nix und heult die ganze Zeit. Ich hab meinen Freund ausquartiert. Rede mit ihr. Ich werd‘ euch nicht stören.“ Ganz leise klopfte sie an. Anna drückte den Türgriff und schob mich in das verdunkelte Zimmer.

Eine Stimme, Dounjas Stimme, kam brüchig vom Bett: „Ich habs noch nicht angerührt.“

„Solltest Du aber!“ antwortete ich und setzte mich auf den Rand des Bettes.

„Geh wieder!“ Dounja vergrub sich unter der Bettdecke.

„Ich werde nicht gehen;“ sagte ich selbstsicher. „Und wenn, dann kommst Du mit! Wir gehören zusammen! Schon vergessen: Für Immer!“

„Ich will nicht, dass Du mich so siehst!“ kam erstickt unter der Decke hervor.

„Hast Du Schmerzen?“ fragte ich besorgt.

Anhand der Bewegungen ließ sich erkennen, dass sie ihren Kopf schüttelte.

„Dann rede mit mir! Ich glaube schon, dass ich das verdient habe!“ Nein, ich würde mich nicht abweisen lassen.

Nach gefühlten drei Minuten schob Dounja ihre Bettdecke zu Seite. Wie ich im Halbdunkel erkennen konnte, sah sie elend aus. Meine Geliebte schaute mich fragend, vielleicht hilfesuchend an.

Natürlich hatte ich das Frühstück, unangetastet auf einem Tablett angerichtet, längst entdeckt. „Iss doch was! Für mich, ja!?“

Ich konnte Dounja damit ein kurzes Lächeln entlocken. Ich reichte ihr die Tasse mit Tee. „Für den Anfang!“ Und als sie keine Anstalten machte danach zu greifen, fügte ich ein ganz liebes: „Bitte“ an.

Dounja setzte sich auf. „Ein lustiges Teil hast Du da an!“ stellte ich in Bezug auf ihren Schlafanzug fest. „Nicht wahr;“ antwortete sie, „der ist von Anna.“ Sie nahm die Tasse entgegen und da er nur noch lauwarm war, schaffte sie es, die Hälfte auszutrinken. Ich hatte inzwischen das Erdbeermarmeladenbrot in Häppchen geschnitten. Dounja liebte Erdbeeren und auch die Marmelade. Damit wurde sie von mir gefüttert.

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