Was seine Hände konnten

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Was seine Hände konnten

Was seine Hände konnten

Leni Trattner

Er würde mich an sich ziehen, mich auf den Tisch setzen, mich lecken und das so lange, bis ich darum betteln würde, dass er mich endlich ficken würde. Aber ich, ich war nur vom Mut seiner Finger, solche Worte zu verfassen, begeistert. Ich konnte mir diese jedoch nicht auf meinem Körper vorstellen. Wollte von ihnen nicht als Design erkundet werden. Sondern wünschte mir Hände, die mich berührten, weil sie mich begehrten. Ohne dabei Konzepte von Nähe und Distanz zu verhandeln.

Aber seine Finger, die tippten weiterhin Nachrichten. Von meinem Atem, meinem Rücken, meinen Beinen. Von der Art, wie ich mich unter seinen Händen verändern würde.

Ich las die Nachrichten und stellte mir vor, wie es wäre, wenn sie wahr würden. Dabei musste ich erkennen: Ja, es würde mich erregen. So erkundet zu werden. Mit solch einer Leidenschaft und Kompromisslosigkeit genommen und am Küchentisch gefickt zu werden. Gerne. Mehr sogar – bitte! Das Problem war nur: Sobald ich ihn mir dazu dachte, verloren sie ihre Wirkung.

Seine Hand lag in meiner Vorstellung nicht auf meinem Rücken, sondern erklärte mir, was sie dort gerade tat. Sein Mund küsste mich nicht, er reflektierte über die Bedeutung eines Kusses.

Ich versuchte, ihn wegzudenken.

Das gelang mir nicht.

Er war in meiner Fantasie auffallend anwesend. Nicht körperlich, sondern als Behauptung. Er stand da wie ein Mann, der darauf wartete, dass ich begriff, wie außergewöhnlich der Augenblick war.

Ich legte das Telefon beiseite.

Zunächst dachte ich, es liege an mir. Vielleicht war ich zu ungeduldig. Vielleicht erwartete ich eine Art von Begehren, die nicht zu seiner vorsichtigen, reflektierten Art passte. Vielleicht musste man einen Mann wie ihn anders lesen. Weniger nach dem, was er tat, als nach dem, was er andeutete.

Ich versuchte es noch einmal.

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