Was seine Hände konnten

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Was seine Hände konnten

Was seine Hände konnten

Leni Trattner

Und die Farbe war undefinierbar.

„Dass Sie da sind, das verschafft mir eine Pause. Wissen Sie, ich designe den ganzen Tag“, sagte er, nachdem wir uns gesetzt hatten.

„Das klingt anstrengend.“

„Es ist mein Leben.“

Er sagte es, als hätte er soeben eine besonders wichtige Wahrheit enthüllt. Eine Wahrheit, die ich aufschreiben sollte. Und die natürlich keinen Widerspruch zuließ, auch keine weiteren Fragen, wie das denn konkret aussähe.

Ich fragte ihn, was ihn antreibe. Das ist eine der Fragen, die man stellt, wenn man noch keine bessere hat. Menschen beginnen dann meist von ihrer Kindheit zu erzählen oder von einem Schlüsselerlebnis, das sie im Rückblick erfunden haben. Er sprach von Grenzen. Davon, dass man die Dinge neu denken müsse. Davon, dass die Gesellschaft noch nicht bereit sei für das, was er bereits verstanden habe.

„Was haben Sie verstanden?“, fragte ich.

Er lächelte, als wäre die Frage reizend, aber nicht ganz auf seiner Höhe.

„Dass alles möglich ist.“

Das war vermutlich der Moment, in dem er mir sympathisch wurde. Denn dies war ein völlig nutzloser Satz und ich habe eine Schwäche für Menschen, die Unsinn mit großer Überzeugung vortragen. Vielleicht, weil sie einem die Arbeit abnehmen. Man muss nicht mehr lange nachdenken, was sie von sich halten. Und auch nicht, was man von ihnen halten soll.

Er nahm sein Tablet und zeigte mir seine Entwürfe.

Ich wurde still.

Das gefiel ihm. Er hielt meine Stille für Ergriffenheit. Dabei überlegte ich nur, wie man etwas gleichzeitig langweilig und völlig realitätsfremd nennen konnte, ohne den Interviewpartner zu beleidigen. Es war eine seltene Kombination. Fast schon wieder eine Leistung.

Auf dem ersten Bild war ein länglicher Gegenstand zu sehen, dessen Kanten abgerundet waren. Er erinnerte mich an die Reste von Holzzuschnitten in einem Baumarkt.

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