Vielleicht war es nur Eitelkeit. Vielleicht Unsicherheit. Vielleicht auch einfach gar nichts. Aber seine Worte hatten etwas, das mich wirklich faszinierte. Sie brachten mich dazu, einmal nicht die zu sein, die viel zu viel redet. Stattdessen wurde ich zur Zuhörerin. Eine neue Rolle, die mir aber durchaus gefiel. Zumindest für eine Weile.
Als wir später vor dem Restaurant standen, legte er mir die Hand an den Rücken. Eine leichte Berührung, beinahe vorsichtig. Ich spürte die Wärme seiner Finger durch den Stoff meines Pullovers. Zum ersten Mal an diesem Abend sagte er nichts. Das war vielversprechend.
Ich drehte mich zu ihm um. Ich war mir sicher, dass ein Kuss kommen würde. Aber nein, er umarmte mich einfach nur. Und stieg dann in sein Auto ein.
Dann warf er mir noch einen sehnsüchtigen Blick zu, winkte mir – und weg war er.
Eine merkwürdige Art von Flirt. Doch ich ließ mich darauf ein. Weil ich sehen wollte, ob er mit seinen Händen nicht nur winken und designen, sondern auch so manch anderes konnte.
Wie ich nur wenig später erfuhr: Seine Hände konnten tatsächlich noch etwas anderes.
Nämlich schreiben.
Die erste Nachricht kam, als ich gerade die Wohnungstür hinter mir geschlossen hatte.
Ich hätte dich küssen sollen.
Ich blieb mit dem Rücken an der Tür stehen. Im Restaurant hatte er dafür reichlich Gelegenheit gehabt. Vor dem Restaurant auch. Ich zog die Schuhe aus, ohne mich zu bücken, und schrieb:
Ja. Hättest du.
Die Antwort erschien, noch während ich den zweiten Schuh vom Fuß streifte.
Ich denke seit einer halben Stunde an deinen Mund. Und an die Stelle an deinem Rücken, an der meine Hand lag.
Ich las den Satz noch einmal. Meine Haut erinnerte sich tatsächlich an seine Finger: an die Wärme durch den Pullover, an den kurzen Druck, bevor er die Hand zurückgenommen hatte.
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