Was seine Hände konnten

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Was seine Hände konnten

Was seine Hände konnten

Leni Trattner

Ärgerlich, dass so wenig genügte.

Du hast deine Hand ziemlich schnell wieder weggenommen.

Ich wollte wissen, ob du möchtest, dass ich sie dort lasse.

Das war geschickt. Er machte aus seinem Zögern Aufmerksamkeit. Ich ging ins Schlafzimmer, setzte mich auf die Bettkante und betrachtete mein Telefon.

Und jetzt?, fragte ich ihn.

Jetzt freue ich mich, dass wir zumindest diesen Moment hatten.

Ich musste lächeln. Danach schrieb er nicht mehr über das, was geschehen war, sondern über das, was er gern getan hätte. Er würde mich näher zu sich ziehen, sagte er. Erst langsam, damit ich jederzeit zurückweichen konnte. Er würde die Finger in meinen Nacken legen und den Kuss nicht beenden, nur weil draußen jemand vorbeiging.

Ich strich mir über den Hals. Es war meine eigene Hand, aber der Gedanke hatte ihr eine andere Wärme gegeben.

Du bist sehr ausführlich für einen Mann, der sich nicht einmal getraut hat.

Beim nächsten Mal rede ich weniger.

Ich hätte ihm nicht glauben dürfen. Aber in diesem Augenblick tat ich es so gern. Denn ich mochte ihn. Vielleicht nicht unbedingt ihn als Person. Aber die Aufmerksamkeit. Die Selbstverständlichkeit, mit der er mich mit seinen Worten begehrte. Es hatte etwas Angenehmes, von einem Mann so ausführlich ausgedacht zu werden.

Natürlich antwortete ich ihm weiterhin. Zuerst vorsichtig. Ich musste mich quasi versichern, dass er wirklich mich meinte. Mich, der er kaum nahegekommen war. Als ich mir dessen sicher war, wurde ich weniger vorsichtig. Ich schrieb, was ich trug, was ich mochte, was ich mir vorstellen konnte. Manchmal lag ich dabei bereits im Bett.

Er war ein begabter Schreiber, das musste ich ihm lassen. Seine Sätze hatten Rhythmus. Sie wussten, wann sie langsamer werden mussten, wann sie eine Pause brauchten und wann ein einzelnes Wort genügte.

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