Was seine Hände konnten

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Was seine Hände konnten

Was seine Hände konnten

Leni Trattner

Über meine große Liebe, die Kaffeehäuser, plaudere ich ein anderes Mal wieder. Über das Klappern der Tassen, den ersten Schluck, der einen wieder in die Realität zurückholt, und über die Tatsache, dass ein Mensch in Wien selten allein sitzt, selbst wenn niemand an seinem Tisch Platz genommen hat.

Heute widme ich mich einmal einem passenderen Thema für die Sorte von Geschichten, die man hier so findet. Ja, heute geht es um einen Mann.

Um einen Designer, um genau zu sein. Den Namen lasse ich weg. Ein bisschen Anonymität muss ja sein. Aber wenn Sie sich auch nur ein bisschen in der High Society mit all ihren Stars, Sternchen und Sternschnuppen auskennen, dann werden Sie ihn schon einmal gesehen haben. Er ist einer dieser Männer, der ununterbrochen seine Bekanntheit betont, bis alle anderen diese für Wirklichkeit und nicht nur reine Selbstüberschätzung halten.

Damals war er gerade erst entdeckt worden, wie man das so schön nennt. Nicht von mir, selbstverständlich. Ich wurde nur geschickt, um herauszufinden, wie man diese Person am besten in unserer Zeitschrift präsentieren konnte. Denn da damals jeder über ihn schrieb, mussten wir es auch tun.

Er empfing mich in einem Raum, der aussah, als hätte jemand „Kreativität“ als sein Motto festgelegt und danach wahllos Gegenstände bestellt, die irgendwie dazu passen könnten. An der Wand hing ein großes, gerahmtes Stück Metall, dessen Funktion vermutlich darin bestand, keine zu haben. Auf einem niedrigen Tisch lagen Bücher, die aussahen, als wären sie noch nie aufgeschlagen worden. Geschweige denn gelesen. Sie waren in sorgfältig berechneter Beiläufigkeit angeordnet worden, die mich irgendwie faszinierte und auch abstieß.

Er trug etwas, das kein Hemd mehr war, aber als solches begonnen hatte. Ein paar Teile, wie etwa ein Ärmel, fehlten.

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