Mühsam versuche ich einen klaren Gedanken zu fassen.
Wo kommt Lisa auf einmal her? Wieso schüttelt mich Conny so? Und warum ist es so dunkel hier?
Erst da wird mir bewusst, dass ich geträumt habe. Da erkenne ich, dass Conny meine Arme festhält. Der Schweiß rinnt mir in Strömen über die Stirn und die Zudecke scheint ein einziger Knoten zu sein.
Ich erschlaffe und Conny lässt mich wieder los.
„Hast du schlecht geträumt?“, fragt sie besorgt.
Mehrfach muss ich schlucken, bevor ich zu einer Antwort fähig bin.
„Ja, irgendwie schon.“
„Es muss ein heftiger Alptraum gewesen sein. Du hast auf einmal angefangen zu strampeln und mit den Armen um dich geschlagen. Kaum, das ich dich bändigen konnte. Dabei hast du auch noch gestöhnt. Es klang fast, als wolltest du was sagen und jemand hält dir den Mund zu. Meine Güte, habe ich mich erschrocken.“
Ich brauche eine ganze Weile, bis ich meinen Herzschlag einigermaßen beruhigt habe. Mein Pyjama ist schweißnass und ich ziehe einen frischen an, bevor ich wieder unter die Decke krieche.
Conny schaltet das Licht wieder aus und diesmal verzichten wir auf Körperkontakt. Meiner Frau wäre es lieber gewesen, aber ich denke, das hat mich zum Teil in diesen Traum getrieben.
Bald höre ich wieder Connys gleichmäßige Atemzüge. Wie kann sie nur so schnell Schlaf finden, nach all dem, was heute geschehen ist.
Ich komme nicht mehr zur Ruhe in dieser Nacht. Mein Gedankenkarussell hat Fahrt aufgenommen. Es wirbelt mich im Kreis herum, ohne mir einen klaren Weg zu zeigen.
Alles verschwimmt. Conny, Lisa, Sex mit den Frauen. Das Haus, das mir und Conny zu gleichen Teilen gehört. Die Kinder, Weihnachten, der Besuch und nichts von alldem kann ich vernünftig verbinden, ohne jemand zu verletzen.
Gefangen in einer Schlinge die ich mir selbst gelegt habe.
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