Es ist wegen der Mädchen…“ Hedwig lächelte. „Du magst Frauen, Inge. Ist es das, was du mir mitteilen willst?“
Inge spürte die Wärme in Hedwigs Stimme, die ihr jegliche Ängste nahm. „Ja, das wollte ich ihnen sagen!“ Hedwig nahm die junge Frau in den Arm. „Das ist völlig in Ordnung, auch wenn unsere Gesellschaft das anders sieht! Du musst damit leben, Inge und darfst dich nicht verbiegen lassen. Glaube mir, ich weiß, wovon ich rede. Gibt es denn ein Mädchen, das dir gefällt?“ Inge schluckte.
„Ja, Theresa Borowka, aber ich mag auch Käthe sehr gerne…“ Hedwig wusste um die Spiele der Mädchen. Sie spürte aber auch die Gewissheit, dass Theresa nicht lesbisch war. Bei Käthchen stand der Spaß im Vordergrund, was Hedwig in Ordnung fand. Hedwig wollte Inge nicht enttäuschen.
„Tu mir einen Gefallen, Inge! Verrenne dich nicht in irgendetwas. Wenn Resa deine Gefühle nicht erwidern sollte…du wirst noch viele Menschen lieben lernen. Glaube mir, mein Mädchen!“ Inge weinte in Hedwigs Armen, wollte sich gar nicht mehr beruhigen. Sie konnte endlich loslassen, ihren angestauten Gefühlen nachgeben. Hedwig streichelte sie sanft, bis die Tränen versiegten. Inge wusste nun, dass sie bei Hedwig immer ein offenes Ohr finden würde. Es war ein beruhigendes Gefühl. Am Abend ging es ihr schon wieder richtig gut, weshalb sie es für den richtigen Zeitpunkt hielt, ihren Plan umzusetzen. Käthe war gleich einverstanden, weshalb sie Resa und Molly besuchten.
Resa lag im Pyjama auf dem Bauch, wo sie ein Buch las. Es handelte sich um “The Dharma Bums“, dem brandneuen Roman von Jack Kerouac. Theresa träumte sich in einen fiebrigen Traum aus Jazz, fernöstlichen Philosophien und erotischen Tagträumen hinein, als Inge und Käthe auftauchten. Mona-Liane saß in ihrer Schuluniform am Schreibtisch, wo sie für die mündlichen Prüfungen büffelte.
Käthe verschloss die Türe, ehe Inge zur Sache kam. „Ihr wisst, weshalb wir hier sind?
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