Wein, Bier und klärende Worte

Ob das gut geht? – Teil 19

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Wein, Bier und klärende Worte

Wein, Bier und klärende Worte

Jo Diarist

Sie leert ihr Glas zur Hälfte, atmet tief durch und fragt, ohne mich dabei anzusehen:
„Liebst du Lisa sehr?“
„Ich denke schon“, gebe ich nach kurzem Zögern zu.
„Ihre Antwort auf diese Frage war eindeutiger.“ Conny blickt mich forschend an. „Aber das war schon immer deine Art. Nicht festlegen wollen. Immer einen Ausweg offenhalten. So ein bisschen Wischiwaschi wie dein Verhalten auch in den vergangenen Monaten. Woran ich schon gemerkt habe, dass da was nicht stimmt.“
Conny triff meinen wunden Punkt. Ich habe diese Unart durch Lisa schon erkennen müssen, konnte mich aber bisher noch nicht aus der jahrelang eingeübten Eigenart lösen. Im Gegensatz zu meiner Frau, stößt mich Lisa sofort mit der Nase auf so etwas. Conny hat das bisher immer vermieden, weshalb ich nie einen Grund sah, das zu ändern.
„Ich habe mir ehrlich Mühe gegeben, unsere Ehe noch zu retten“, fährt Conny fort, nachdem sie ihr Glas ausgetrunken und wieder gefüllt hat. „Selbst nachdem Lisa mir eure erste Fickerei gestanden hat. Aber mehr oder weniger fühlten sich alle Intimitäten zwischen uns halbherzig an. Eine richtig tiefe Verbindung wollte sich nicht mehr einstellen.“
Es macht mich betroffen, und um den Moment zu überspielen, trinke ich meine Flasche in einem Zug aus, denn ich kann nicht von mir behaupten, ernsthaft an eine Rettung unserer Ehe gedacht zu haben. Meine Gedanken waren immer mehr bei Lisa und vermutlich war auch deshalb das Scheitern vorprogrammiert.
„Es geht nicht mehr. Ich habe das so satt, gegen Windmühlen zu kämpfen.“ So erschöpft wie bei diesen Worten hat Conny noch nie gewirkt. „Wenn es dich zu Lisa zieht, dann geh. Seht zu, dass ihr es besser macht, als wir es taten. Bernd ist da einer Meinung mit mir. Das Wie besprechen wir nach den Feiertagen.
Eins muss dir aber bei deinen Überlegungen klar sein.

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