Conny kommt zurück, und noch bevor wir ein klärendes Gespräch führen können, stürmen die Kinder ins Haus. Lisa und ich hatten zwischenzeitlich schon den Tisch für sie gedeckt. Wir selbst verspüren keinen Appetit. Zu sehr beschäftigt uns, was in den vergangenen Stunden geschehen ist.
Worte wechseln wir kaum, nachdem wir das Schlafzimmer verlassen haben. Zärtlichkeiten aber umso mehr. Wir haben uns offen zu unseren Gefühlen bekannt, wissen jedoch nicht was uns die nächsten Tage bringen werden. Geschweige denn, wie wir aus all den Verwicklungen herauskommen sollen.
Die Hoffnungen, noch einiges mit Conny zu klären, erfüllen sich nicht, weil uns die Kinder voll in Anspruch nehmen.
Die vier verstehen sich prima und überschlagen sich in den Berichten über das Erlebte. Sie werfen mit Songtiteln um sich, die wir kaum kennen. Erzählen, dass Julia und Torben – der älteste Sohn Lisas – getanzt haben und dass Hansi neidisch ist, weil Tom so viele Computerspiele zu Hause hat.
Nach dem Abendessen bricht Lisa mit ihren Söhnen auf.
Bevor sie das Haus verlässt, sagt Conny noch zu ihr:
„Wir müssen noch ein paar Dinge besprechen, kommst du morgen Vormittag noch mal vorbei?“
Lisa nickt bestätigend, wirft mir aber einen flehenden Blick zu.
„Keine Sorge, ohne Stress“, raunt Conny Lisa ins Ohr, als sie ihr die Hand zum Abschied reicht.
Die Kinder sind in ihren Zimmern und ich stehe unschlüssig in der Küche, nachdem ich gemeinsam mit Conny aufgeräumt habe. Kein Wort fiel in dieser Zeit und ich befürchte, dass es noch hart hergehen wird wenn sich meine Frau gefangen hat.
Umso überraschter bin ich, als sie mit ruhiger Stimme sagt:
„Setzen wir uns noch ein wenig ins Wohnzimmer, um einiges zu bereden?“
„Natürlich“, ist meine Antwort, bei der mir klamm ums Herz wird.
„Ich brauche jetzt ein oder zwei Gläser Wein, willst du auch was?
Wein, Bier und klärende Worte
Ob das gut geht? – Teil 19
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Wein, Bier und klärende Worte
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