weisser scooter, blauer bikini

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weisser scooter, blauer bikini

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Anita Isiris

“. Diese naive Unbekümmertheit faszinierte Stefania. Sie hätte im Nachhinein nicht mehr zu sagen vermocht, warum genau. Im Schneidersitz machte er es sich bequem und strahlte sie an. Stefania gab sich gelassen – obwohl sie es nicht war. Während Joaquin in ihr eher mütterliche Gefühle wach gerufen hatte, war dieser junge Mann hier doch etwas ganz anderes. Und es war fast zu offensichtlich, worauf er abzielte. Er mochte nicht nur ihren Scooter, sondern auch ihren klitzekleinen blauen Bikini – und Stefania wusste sofort, dass er sie begehrte.

Verlegen rückte sie ihr Höschen zurecht, ein Höschen, das mehr von ihr zeigte als dass es verbarg – etwa zwei klitzekleine Pickel in ihrer Leiste, die immer dann erschienen, wenn sie sich rasierte. Dem Jungen entging nichts. Seine Blicke jagten Stefania Kälteschauer über den Rücken. Was war bloss mit ihr los? Ihr Sexleben mit Nino war erfüllt und glücklich; nur der kleinen Sara wegen mussten sie sich zusammen nehmen. Stefania war laut beim Sex, und Nino liebte ihr Stöhnen über alles. Und Stefania erinnerte sich: Sie war nach Barcelona gekommen, um allein zu sein und um sich zu entspannen.

Der junge Mann holte sich ein Eis und hielt es Stefania hin. Limone und Pistazien. Er verfolgte fasziniert die kleinen Bewegungen von Stefanias Zunge. Das Eis wurde kleiner. Offenbar verstand der Beach Lover nur seine eigene Sprache – ein stark akzentuiertes Spanisch. Da konnte Stefania nicht mithalten. Seine Sprache war aber nicht die Sprache. Seine Sprache war der Körper. Die nüchterne, klar denkende Ehefrau von Nino und Mutter von Sara begann, sich zu verlieren. Sie verlor sich in Carlos Augen. „Carlo“, hatte er zu ihr gesagt. Nur dieses eine Wort. „Carlo.“ Stefania dachte unmittelbar an die zahlreichen Erlebnisberichte in der Cosmopolitan, wo Geschlechtsgenossinnen immer mal wieder darlegten, wie nebensächlich und normal ein Seitensprung im Urlaub eigentlich war.

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