weisser scooter, blauer bikini

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weisser scooter, blauer bikini

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Anita Isiris

Sie hatte sich ja unter Kontrolle, und etwas erleben wollte sie ja. Vielleicht kannte er sich sogar aus in Barcelona? Vielleicht besser als sie selber?

In einem kleinen Strassencafé tranken sie einen Martini, lächelten sich an und wirkten auf Aussenstehende wie ein normales, junges, verliebtes Paar.

Dass Joaquin, wie er hiess, schon nach kurzer Zeit zu seinem Smartphone griff, enttäuschte Stefania fast ein wenig. Aber alle Männer waren wohl gleich – technikverliebt und kommunikationssüchtig – Hauptsache Kommunikation fand online statt und man musste nicht reden.

„Bin mit ihr im Café. Wir trinken was.“ Ninos Smartphone vibrierte. Da hatte ihm jemand geschrieben. Schmunzelnd las Nino das SMS. „Gute Arbeit, Freund. Lass es einfach mal anlaufen.“ Sara kaute an einer Tiefkühlpizza. „Was machst Du, Papi?“

„Geile Nudel, die Kleine“, schrieb Joaquin. „Sie hat ein heisses grünes Kleidchen an.“ „Lass sie bloss in Ruhe. Du sollst einfach ein bisschen beobachten, was sie in Barcelona macht. Mehr nicht. Kein Scheiss, ey!“

„Mal sehen“, simste Joaquin zurück und liess den Blick genussvoll über Stefanias Decolleté schweifen. Er kippte seinen Martini in zwei Zügen und bot Stefania an, sie zum Meer zu begleiten. „Ich bin ganz gern einen Moment allein“, sagte sie, warf Joaquin eine Grusshand zu, liess ihn den Martini bezahlen und verschwand in der Menschenmenge. „Geiles Luder, Du…“, dachte er und nestelte an seiner Hose.

Stefania hatte Hunger und wollte bereits den ersten Abend in vollen Zügen geniessen. Sie schüttelte die Reisemüdigkeit ab und erinnerte sich an ein kleines Restaurant am Meer, wo göttliche Austern serviert wurden. Behände schlängelte sie sich durch die Menschen hindurch, gelangte zum Hotel und machte ihren Scooter startklar.

Joaquin hatte sie längst wieder entdeckt, aber er hielt sich zurück. Nino war schliesslich sein bester Freund und hatte ihn auf diese nicht ganz einfache Mission geschickt.

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