Wenn der Postmann zweimal klingelt...

12 10-16 Minuten 0 Kommentare
Wenn der Postmann zweimal klingelt...

Wenn der Postmann zweimal klingelt...

Kolyma

Wie war ich nur in diesen Schlamassel geraten? Wo lag mein Fehler? Es war doch nur ein ganz normaler Tag gewesen…? So wie jeder verdammte Tag in den letzten zwei Monaten. Es hatte sich doch nichts geändert? Ich versuchte zu reden, mein Hals war trocken, meine Knie weich und meine Hände zitterten.

Lässig zog er mich aufs Bett und ließ sich elegant wie eine Katze auf mir nieder… Er legte fast bedächtig meine Arme über meinen Kopf… Was vorher so schnell begann, war jetzt bizarr langsam. Ich fühlte einen dicken Kloß im Hals und Tränen in mir aufsteigen. Ich war so gelähmt, dass ich nicht im Traum daran dachte mich zu wehren. Er nahm seinen Ledergürtel, welcher für seine schlanke Figur erstaunlich lang war und fesselte mir bedächtig die Handgelenke. Sorgfältig achtete er auch darauf, dass sich meine langen Haare nicht in der Fessel verfingen und dekorierte sie sorgsam um einen Kopf. Was für ein Irrer dachte ich… Irgendwie kam wieder etwas Leben in mich zurück und ich besann mich darauf etwas wirklich sehr einfältiges zu tun, nämlich Schreien. Ich schrie was meine Lunge hergab…

Der Paketbote zog aus seiner Lederjacke, die mir übrigens erst jetzt komisch ins Auge stach, ein weißes Tuch hervor, welches er mir bedächtig über die Lippen legte. Mehr als mit den Beinen zappeln konnte ich sowieso nicht tun, und die Lederriemen des Gürtels schnitten unangenehm in meine Arme ein. „Schade, ich hätte gerne deiner süßen Stimme gelauscht. Aber um die Uhrzeit ist es nun mal nicht gestattet die Nachbarn zusammenzuschreien… Oder willst du, dass wir Ärger bekommen?“… Er hob meinen Kopf an und verknotete den Knebel sorgsam. Amüsiert betrachtete er meine strampelnden Beine. Mein Kopf war sicher vor Anstrengung hochrot.

Klicke auf das Herz, wenn
Dir die Geschichte gefällt
Zugriffe gesamt: 11113

Sie müssen sich anmelden, um Kommentare hinzuzufügen.

Gedichte auf den Leib geschrieben