Wenn der Sommer neu beginnt

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Wenn der Sommer neu beginnt

Wenn der Sommer neu beginnt

Chloé d'Aubigné

Als sie mir dann den Slip sanft auszieht, schließe ich die Augen, verliere mich in meinen Gefühlen. Claras Finger erkunden mich aufs Neue. Nun widmen sie sich meinen Labien. Erst spielen sie nur mit den äußeren Labien, streicheln sie mit einer mir bislang unbekannten Aufmerksamkeit. Sie schenkt wirklich jedem Quadratzentimeter meiner Haut so viel Zuwendung. Ihre Hände sind stark und zärtlich zugleich. Vor allem aber sind sie wissend. Sie nehmen, halten, lösen Spannung auf. Auch als sie in mich eindringen. Sie erkunden mich. Helfen mir, mich selbst kennenzulernen. Aber in keinem Moment ficken sie mich – und ich möchte dies auch gar nicht. Dies würde den Zauber des Moments zerstören. Stattdessen berühren sie mich auf tausend verschiedene Arten, liebkosen mich und erlauben mir, mich endlich wieder selbst zu fühlen. Meine Lust in all ihren Facetten zu erleben – bis nur noch ein einziger, zitternder Moment bleibt, in dem ich einfach nur zu meiner Lust werde, aber mich gleichzeitig so präsent fühle wie noch nie zuvor.
Wenige Sekunden danach, ich habe meine Augen noch geschlossen, lehnt sie sich nahe an mein Ohr: „Sie können das alles, wissen Sie? Sie sind längst zurück“, flüstert sie.
Als ich wieder meine Augen öffne, sehe ich, dass Clara an ihrem Schreibtisch sitzt. Ihre Bewegungen sind souverän, professionell – aber der kleine Funke in ihrem Blick bleibt bestehen. Sie richtet die Unterlagen auf dem Tisch, wirft mir dabei einen Seitenblick zu, der die Grenzen zwischen Physiotherapeutin und Mitwisserin elegant verschwimmen lässt. „Ich denke, heute haben wir klare Fortschritte gemacht. Bis zur nächsten Einheit verordne ich Ihnen diesmal nicht nur Dehnübungen, sondern auch Glücksmomente“, sagt sie mit einem schelmischen Grinsen.
Ich lehne mich zurück, spüre immer noch das Pulsieren in mir. Doch da ist noch etwas anderes – eine neue Leichtigkeit. Endlich fühle ich mich wieder als Frau, als begehrenswertes Wesen. Ein Wesen, das fühlen kann und will. Das genießen kann und will. Als ich die Praxis verlasse, empfängt mich die kühle Sommerluft, und obwohl der Herbst bald vor der Tür steht, fühlt sich dieser Moment für mich wie der Beginn eines neuen Sommers an. Der Beginn meines Sommers, den ich in vollen Zügen genießen werde. Dank Clara. Und wer weiß – vielleicht auch weiterhin mit Clara. Denn ihr Lächeln und ihre Locken sind etwas, das mehr verspricht.

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