“, ergänzte Marc.
Ich wollte an Ela’s Bett, meine Füße wollten das aber nicht. Mühsam rang ich mir jeden Schritt ab, der mich näher an
die schlafende Frau brachte. Dichter an die geschundene, gebrochene Seele. Dichter an meine Freundin, die nun so
fremd aussah.
„Man hat ihr ein Beruhigungsmittel gegeben, aber du siehst wenigstens, dass sie lebt.“
„Sie lebt … aber was für ein Leben wird es künftig sein? Und ist es nach so einem Erlebnis überhaupt noch ein echtes Leben?“, mir liefen die Tränen über die Wangen.
Hier konnte ich für heute nichts mehr tun! Ich beschloss später wiederzukommen, nachdem ich die Station angerufen und sie mir bestätigt hatten, dass sie wach war.
„Könnt ihr mich bitte wieder nach Hause bringen, in die Villa? Ich muss hier raus!“
Was ich gesehen und vor allem gehört hatte, überforderte mich. Was diese armen Geschöpfe erleiden mussten, hatte nichts mit ‚normalem‘ BDSM-Sex zu tun, bei dem man sich zum Beispiel leichten Peitschenhieben aussetzte, oder mit Paddeln auf den Arsch klatschte, bis er rot angelaufen war.
Der Club, der Zwang zur Prostitution, die Zuhälter, die Kunden, der Sex … alles im höchsten Maße illegal und extrem pervers in dieser Fickhütte.
Sex, ging es überhaupt darum? Oder war es eher die Befriedigung perverser, sadistischen Vorlieben, Menschen zu quälen, sogar brutal zu verletzen? Sich an ihren Schreien aufzugeilen? Wie um Himmels Willen, konnte man nur Lust dabei empfinden, jemanden zu ritzen, zu verbrennen, bis zum Zerreißen zu dehnen, sich an den schrillen Schmerzschreien zu ergötzen?
Meist von zahlungskräftigen Männern, die sonst keinen mehr hoch bekamen. Vielleicht auch von Frauen, bei organisierten Orgien, die dabei bizarre Lust empfanden, die sie mit absoluter Sicherheit niemals selbst erleben wollen würden.
Ich saß still auf dem Rücksitz des Rover, sah schemenhaft die Häuser an uns vorbeifliegen.
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